Newsletter DAAD Brüssel ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌
Zur Online-Version
Newsletter DAAD Brüssel •  
Februar 2026
02. März 2026

Inhaltsverzeichnis 

 

Editorial 
Bildung und Forschung 
Auswärtiges 
Kurznachrichten 
Publikationen 
Veranstaltungen

Editorial 
 

Liebe Leserinnen und Leser, 
 
die EU-Institutionen und diverse Interessenverbände beschäftigten sich im Februar erneut intensiv mit der Gestaltung der nächsten Erasmus+- und Horizon-Europe-Programme (2028–2034). Der europäische Hochschulsektor liefert mit seinen Empfehlungen zu konkreten Änderungen des Kommissionsvorschlags wichtige Impulse, an denen sich der DAAD als einer der unterzeichnenden Partner aktiv beteiligte. 
 
Ende Februar kündigte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die vorläufige Anwendung des Mercosur-Abkommens an. Dieses Abkommen verfolgt neben wirtschaftlichen Interessen auch geopolitische Ziele und soll der EU helfen, angesichts der wachsenden Dominanz Chinas und protektionistischer Tendenzen, etwa durch die US-Handelspolitik, neue Partner zu gewinnen. Die politische und kooperative Säule könnte dabei einen förderlichen Rahmen für Kooperationen in diesen Bereichen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten bieten. 
 
Im Februar wurden zudem weitere Initiativen vorgestellt, die die strategische Position der EU in einer multipolaren Welt stärken sollen. Ziel ist es, Partnerschaften zu diversifizieren und die Resilienz der Union zu erhöhen. Wissenschaft, Technologie, Forschung und Innovation werden dabei zunehmend als geopolitische Hebel eingesetzt. Konkret zeigt sich dies aktuell in mehreren Maßnahmen: dem Vorschlag der EU-Kommission für eine Ratsempfehlung zum ersten EU-Rahmen für Wissenschaftsdiplomatie, dem kürzlich veröffentlichten Research Security 2025 Monitor, dem Beginn bilateraler Verhandlungen zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Nigeria, ersten Sondierungsgesprächen mit Indien über eine mögliche Assoziierung zu Horizon Europe sowie der gemeinsamen Erklärung von EU und Vietnam zur Vertiefung der Zusammenarbeit in Forschung, Innovation und Technologie. 
 
Jüngst betonten Vizepräsidentin der Europäische Kommission, Roxana Mînzatu und die Bildungsministerinnen und -ministern der EU-Mitgliedstaaten auch wiederholt die zentrale Bedeutung strategischer Investitionen in Bildung für die Zukunft Europas. 
 
Wir wünschen eine angenehme Lektüre! 
Ihre Tanja Kreetz 
 
Bildung und Forschung

Bildungsministerinnen und -minister betonen die Bedeutung strategischer Investitionen in Bildung 

 
Das informelle Treffen der EU-Bildungsministerinnen und -minister am 29. und 30. Januar 2026 in Lefkosia fand unter zyprischer EU-Ratspräsidentschaft statt und widmete sich der Stärkung des Lehrkräfteberufs, der Förderung digitaler und pädagogischer Kompetenzen sowie der Rolle der allgemeinen und beruflichen Bildung zum sozialen Zusammenhalt und zur Resilienz in Europa. Die Ministerinnen und Minister betonten ferner die Bedeutung der europäischen Zusammenarbeit durch Programme wie Erasmus+ für die Umsetzung nationaler Reformen, die Förderung von Mobilität und Internationalisierung sowie die Implementierung kohärenter Bildungspolitik auf EU-Ebene. Bildung sei entscheidend für die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, den sozialen Zusammenhalt und die gesellschaftliche Resilienz. Bildung, Ausbildung und Kompetenzen (Skills) wurden als Kernstrategien für eine demokratische, wettbewerbsfähige, resiliente und faire EU definiert; Investitionen in Bildung und Lehrkräfte wurde als Grundlage für nachhaltiges Wachstum und die Zukunftsfähigkeit Europas betont. Im Hinblick auf die Attraktivität und Bindung im Lehrkräfteberuf wurde die Rolle guter Arbeitsbedingungen, kontinuierlicher beruflicher Weiterbildung, klarer Karrierewege, professioneller Autonomie, sozialer Anerkennung sowie digitaler Kompetenzen einschließlich KI-Fähigkeiten hervorgehoben.
Zur Website der Ratspräsidentschaft

Hochschulsektor schlägt konkrete Änderungen für das nächste Erasmus+ Programm vor 

 
Aufbauend auf der Forderung des Hochschulsektors nach einem Erasmus+-Budget von mindestens 60 Mrd. € für den Zeitraum 2028–2034 in einem im Januar 2026 gemeinsam veröffentlichten Positionspapier, das der DAAD aktiv mitgestaltet hat, veröffentlichten führende europäische Hochschul- und Studierendenverbände und -netzwerke konkreter Vorschläge für Änderungen des im Juli 2025 durch die Europäische Kommission vorgeschlagenen nächsten Erasmus+-Programms. Als mitunterzeichnende Einrichtung hat sich der DAAD an der Entwicklung der gemeinsamen Stellungnahme aktiv eingebracht.  
 
Zum Website-Artikel des Büro Brüssel

EHESO-Benchmarking-Tool für Hochschuleinrichtungen in ganz Europa 

 

Die im Januar 2026 offiziell eingeführte Plattform European Higher Education Sector Observatory (EHESO) ermöglicht es, die Leistungsfähigkeit von 3 500 Einrichtungen anhand zentraler Indikatoren systematisch zu vergleichen. Das Benchmarking-Tool wurde auf Grundlage von EHESO-ETER-Daten sowie externer Quellen zu Publikationen und Patenten entwickelt. Anhand von sieben Hauptkategorien von Indikatoren wird ein ganzheitlicher Überblick über die institutionelle Leistungsfähigkeit ermöglicht: Ressourcen, Lehre und Lernen, Forschung, Wissenstransfer, regionales Engagement, internationale Ausrichtung sowie gesellschaftliche Herausforderungen. Die Plattform stellt die aktuellsten verfügbaren Daten aus dem Jahr 2022 bereit.
Zur Pressemitteilung

EPRS: A reworked Erasmus+ for 2028-2034 

 

Das 10-seitige Briefing des wissenschaftlichen Dienstes des EU-Parlaments bietet einen umfassenden Überblick über die Entwicklung des nächsten Erasmus+-Programms 2028-2034. Es fasst die wichtigsten Aspekte des Programmvorschlags der EU-Kommission zusammen, stellt die – zu unterschiedlichen Zeitpunkten und Anlässen -hervorgebrachten – Positionen des EU-Parlaments vor, ebenso wie die der anderen EU-Institutionen, und skizziert die Stellungnahmen von Stakeholder-Einrichtungen, unter anderem das im Januar 2026 veröffentlichte Positionspapier von 17 Europäischen Hochschulorganisationen zur Forderung eines Gesamtbudgets von mindestens 60 Milliarden Euro für das nächste Erasmus+ Programm.
Zum Briefing

EPRS: Academic Freedom Monitor 2025 
 

Der EU-Parlament am 24. Februar 2026 herausgegebene Bericht gibt ein Update über die bestehenden Maßnahmen zur akademischen Freiheit in allen EU-Mitgliedsstaaten, wirft einen Blick auf die öffentlichen Debatten und Studien zum Stand in vier ausgewählten Mitgliedsstaaten (Belgien, Finnland, Italien, Polen) und untersucht den Stand der akademischen Freiheit in er EU im globalen Kontext (Teil 1). Der zweite Teil enthält eine thematische Analyse der potentiellen Auswirkungen aktueller Entwicklungen: politische Polarisierung, jüngste Entwicklungen im US-amerikanischen Hochschul- und Wissenschaftssystem, Kommerzialisierung der Wissenschaft und ausländische Einmischung. Darüber hinaus werden auf EU-Ebene politische Optionen für mögliche legislative und nichtlegislative Initiativen vorgeschlagen, um die akademische Freiheit in den EU-Mitgliedsstaaten besser zu unterstützen.
Zum Artikel des Büro Brüssel

Erasmus Mundus: Eventbericht zur Nachhaltigkeit gemeinsamer Erasmus Mundus-Masterstudiengänge 

 
Die Erasmus-Mundus-Jahreskonferenz, die vom 20. bis 21. November 2025 in Brüssel stattfand, brachte rund 250 Vertreterinnen und Vertreter der Erasmus-Mundus-Community zusammen. Sie Konferenz bot eine Plattform, um die langfristige Nachhaltigkeit der gemeinsamen Erasmus-Mundus-Masterstudiengänge (EMJMs) zu bewerten und über zukünftige Wege innerhalb von Erasmus+ über den aktuellen Programmzyklus hinaus nachzudenken. Die erfolgreiche Umsetzung nachhaltiger EMJMs setzt eine kohärente Abstimmung finanzieller, administrativer, institutioneller und akademischer Dimensionen voraus, die von der politischen Konzeption bis zur operativen Umsetzung auf Programmebene konsequent verankert ist.
Zum Eventbericht

Sozialwissenschaften und Geisteswissenschaften als Schlüssel für Europas Innovationszukunft 

 

Im Rahmen eines STOA-Workshops, der am 3. Februar 2026 im Parlament stattfand, diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und europäischen Institutionen die zukünftige Rolle der Sozial- und Geisteswissenschaften (SSH) in der europäischen Forschungs- und Innovationspolitik. In ihrer Keynote betonte Patrizia Nanz, Präsidentin des European University Institute (EUI), dass technologische Entwicklung allein nicht ausreiche, um Europas Zukunft zu gestalten. Innovation müsse stärker an gesellschaftlichen Bedürfnissen, demokratischen Werten und den Lebensrealitäten der Bürgerinnen und Bürger ausgerichtet werden, wobei Universitäten dabei eine zentrale Rolle als Orte für kritische Reflexion und gesellschaftlicher Orientierung zukommt. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde die Schlüsselrolle von SSH bei der Bewältigung komplexer Herausforderungen hervorgehoben. Péter Benczúr präsentierte neue Wohlstandsindikatoren jenseits des BIP, während Henriette van Eijl die enge Verbindung zwischen technologischer Innovation und gesellschaftlichem Verständnis unterstrich. Annelien Bredenoord forderte SSH künftig nicht mehr als ergänzendes Element, sondern ihre Verankerung als integraler Bestandteil europäischer Forschungsprogramme.
Zum Webstream

Bildung als Fundament Europas: Eklärung von Exekutiv-Vizepräsidentin Mînzatu 

 

Am 23. Januar 2026, im Vorfeld des Internationalen Tags der Bildung, betonte Exekutiv-Vizepräsidentin der EU-Kommission Mînzatu die zentrale Rolle von Bildung für Europas Wohlstand, Demokratie und sozialen Zusammenhalt. Mit Initiativen wie dem Europäischen Bildungsraum und der Union of Skills setzt die Kommission auf Kooperation, Mobilität und die Förderung von Fähigkeiten (Skills), die über klassische Grundfertigkeiten hinausgehen – einschließlich digitaler und staatsbürgerlicher Kompetenzen. Ziel ist es, Lernende zu stärken, Lehrkräfte zu unterstützen und Schulen zu modernisieren. Zu den diesjährigen Maßnahmen gehören unter anderem ein die Unterstützung der digitalen Bildung und die Erweiterung staatsbürgerlicher Bildung mit einer europäischen Dimension. Ferner fördert der Fahrplan für digitale Bildung und Kompetenzen bis 2030 KI-Kompetenzen, digitale Widerstandsfähigkeit und Zusammenarbeit mit europäischen EdTech-Akteurinnen und -Akteuren. Bildung, laut Mînzatu, fördert nicht nur Solidarität, sondern ist eine Investition in Stabilität, Demokratie und eine gerechte Zukunft.
Zur Erklärung der Vize-Präsidentin

Eventbericht “Choosing Europe – How to attract global minds to Europe and EU Member States” 

 

Am 2. Dezember 2025 organisierten das DAAD-Büro Brüssel und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gemeinsam einen Runden Tisch unter dem Titel „Choosing Europe – How to attract global minds to Europe and EU Member States“. Die Veranstaltung brachte Vertreterinnen und Vertreter europäischer Institutionen, nationaler Forschungs(förderungs)organisationen und Interessensgruppen zu einem ersten Austausch über die wichtigsten Aspekte, erwarteten Auswirkungen und Möglichkeiten zur bedarfsgerechten Weiterentwicklung aktueller Programme zur Gewinnung internationaler Forschungstalente zusammen. Der Veranstaltungsbericht fasst die wesentlichen Diskussionspunkte zusammen und bietet einen kompakten Überblick über die präsentierten Programme.
Zur Event-Website

CULT-Ausschuss präsentiert Berichtsentwurf zur EU-Jugendstrategie 

 

Am 2. Dezember 2025 organisierten das DAAD-Büro Brüssel und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gemeinsam einen Runden Tisch unter dem Titel „Choosing Europe – How to attract global minds to Europe and EU Member States“. Die Veranstaltung brachte Vertreterinnen und Vertreter europäischer Institutionen, nationaler Forschungs(förderungs)organisationen und Interessensgruppen zu einem ersten Austausch über die wichtigsten Aspekte, erwarteten Auswirkungen und Möglichkeiten zur bedarfsgerechten Weiterentwicklung aktueller Programme zur Gewinnung internationaler Forschungstalente zusammen. Der Veranstaltungsbericht fasst die wesentlichen Diskussionspunkte zusammen und bietet einen kompakten Überblick über die präsentierten Programme.
Zum Berichtsentwurf

CULT-Ausschuss erörterte Stärkung der Zusammenarbeit mit dem Vereinigten Königreich  

 

Am 18. Februar 2026 hat eine Delegation von Abgeordneten des CULT-Ausschusses, die von Laurence Farreng (Renew, FR) geleitet wurde, einen dreitägigen Besuch in London beendet, wo sie mit Vertretenden der britischen Regierung und der Regierungen von Wales, Schottland und Nordirland sowie mit Mitgliedern des britischen Unterhauses und Oberhauses zusammentrafen. Die Delegation traf auch mit Vertretenden von Bildungs- und Kultureinrichtungen sowie aus dem Jugend- und Kreativbereich zusammen. 
Alle Teilnehmenden der Treffen begrüßten einstimmig die Wiederaufnahme des Vereinigten Königreichs in das Erasmus+-Programm für 2027 und wiesen auf dessen klare Vorteile gegenüber ähnlichen Initiativen hin, die das Vereinigte Königreich seit seinem Austritt aus dem EU-Programm eingeführt hat. Beide Seiten erkannten den kurzen Zeitrahmen für die Einleitung des Antragsverfahrens für 2027 und die Bedeutung einer erfolgreichen Teilnahme an, um den Weg für die Assoziierung für den Zeitraum 2028-2034 zu ebnen.  
In Bezug auf das Jugendaustauschprogramm bekräftigte die britische Regierung ihre Absicht, vor dem nächsten EU-UK-Gipfel im Jahr 2026 eine Vereinbarung mit der EU auszuhandeln. Das Programm würde jungen Menschen einen zeitlich begrenzten Aufenthalt ohne bestimmten Zweck ermöglichen, um zu arbeiten, zu reisen und zu studieren. In Bezug auf Letzteres betonten die Abgeordneten, dass das größte Hindernis für EU-Studierende die hohen internationalen Studiengebühren britischer Universitäten sei.  
Am 17. Dezember 2025 hatten die Kommission und die britische Regierung den Abschluss der Verhandlungen über die Wiederaufnahme des Vereinigten Königreichs in das Erasmus+-Programm im Jahr 2027 bekannt gegeben.  
 
Zur Parlamentsseite

Jahresberichts Binnenmarkt und Wettbewerbsfähigkeit 2026: F&I als Wachstumstreiber 

 

In ihrem Jahresbericht weist die EU-Kommission darauf hin, dass F&E-Investitionen in der EU – trotz einer soliden Basis der EU-Forschungslandschaft – weiterhin unter dem Zielwert von 3 % des BIP bis 2030 liegen und mit 2,2 % im Jahr 2024 im vergangenen Jahrzehnt kaum Fortschritte erzielt werden konnten. Die Kommission verweist in diesem Zusammenhang auch auf ihre Maßnahmen zur Schließung der Innovationslücke, darunter das 28. Regime (EU Inc.) für einheitliche Unternehmensregeln, das Europäische Innovationsgesetz, den Scaleup-Europa-Fonds, das geplante ERA-Gesetz für die freie Zirkulation von Wissen als fünfte Binnenmarktfreiheit innerhalb des Europäischen Forschungsraums, Gesetzesinitiativen zu digitalen Netzen, Cybersicherheit, Quanten- sowie Cloud- und KI-Technologien zur Stärkung europäischer Technologien sowie die Union of Skills zur Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze. 
 
Zum Jahresbericht
Auswärtiges

EU stärkt Wissenschaftsdiplomatie und Forschungssicherheit zur Unterstützung der globalen Forschungszusammenarbeit 
 

Angesichts des sich verschärfenden geopolitischen Wettbewerbs und der zunehmenden Bedeutung von Forschung und Innovation für die Wirtschaftskraft und den globalen Einfluss, hat die EU-Kommission am 27. Februar eine Reihe neuer Maßnahmen vorgestellt. Ziel ist es, die globalen Partnerschaften Europas zu stärken, seine strategischen Interessen zu wahren, die internationale Zusammenarbeit offen und sicher zu gestalten und die Attraktivität Europas für Talente und Innovationen weltweit zu steigern. Zu den Maßnahmen gehören der Vorschlag der EU-Kommission für eine Empfehlung des Rates zur Schaffung des ersten EU-Rahmen für Wissenschaftsdiplomatie, der Research Security Monitor 2025 und der Bericht über die Umsetzung des globalen Ansatzes 2023–2025.  
 
Zur Pressemitteilung

Research Security Monitor 2025 

 
Der Monitor gibt einen Überblick über die aktuelle Lage in der EU und ihren Mitgliedstaaten sowie über die entwickelten Ansätze im Rahmen der Forschungssicherheit. Er soll Interessengruppen und Behörden dazu anregen, Erfahrungen und Praktiken aus anderen Mitgliedstaaten zu identifizieren und zu nutzen. Damit unterstützt der Bericht das gegenseitige Lernen und den Kapazitätsaufbau und kann als Grundlage für weitere Diskussionen auf EU-Ebene dienen, um festzustellen, wo zusätzliche Anstrengungen erforderlich sind und noch Lücken bestehen.Der Bericht verweist auf nationale Strategien und politische Initiativen. Im Rahmen von Fallstudien wird zudem die aktive Rolle der Forschungsförderung dargestellt; für Deutschland der DAAD und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die als Reaktion auf geopolitische Entwicklungen und Empfehlungen auf EU-Ebene das Thema Forschungssicherheit in ihre Förderpraktiken integriert haben. Sowohl DAAD als auch DFG stehen dabei in engem Austausch mit Ministerien, Sicherheitsbehörden und Initiativen wie dem Netzwerk für internationale Forschungssicherheit. Auf organisatorischer Ebene kommt dem DAAD-Kompetenzzentrum für internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit (KIWi) als eigene Einheit für Forschungssicherheit eine entscheidende Rolle zu. Im Rahmen von Fallstudien werden Research Security-Maßnahmen von Forschungseinrichtungen präsentiert, darunter die Universität Hamburg, die interne Prozesse für Projektgenehmigung und Risikobewertung eingerichtet hat, die aus einem systematischen Überprüfungsprozess für internationale Kooperationen bestehen. 
 
Zum Monitor

EU-Mercosur-Abkommen: Kommissionspräsidentin von der Leyen kündigt vorläufige Anwendung an 

 
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte am 27. Februar die vorläufige Anwendung des Mercosur-Abkommens, das die EU und der Mercosur am 17. Januar unterzeichnet hatten, an. Am Vortag hatten Uruguay und Argentinien das Abkommen als erste Länder ratifiziert, Brasilien und Paraguay werden voraussichtlich bald folgen. Der Europäische Rat habe die Kommission ermutigt, das Abkommen provisorisch in Kraft zu setzen, sobald die ersten Mercosur-Staaten es ratifizierten. 
Der Rat hatte am 9. Januar 2026 Beschlüsse zur Genehmigung der Unterzeichnung des Partnerschaftsabkommens zwischen der EU und Mercosur-Ländern Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay (EMPA) und des Interimsabkommens über Handel (iTA) zwischen der EU und dem Mercosur angenommen. Das EMPA vereint politischen Dialog und Zusammenarbeit in Bereichen wie nachhaltige Entwicklung, Umwelt- und Klimaschutz, digitale Transformation, Menschenrechte, Mobilität, Terrorismusbekämpfung und Krisenmanagement unter einem einzigen Rahmen und soll die Koordinierung bei globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Friedenssicherung und Migration fördern, sowie den Austausch bewährter Verfahren zu Themen wie Regierungsführung und technologische Innovation erleichtern. Das Interimsabkommen über Handel (iTA) wird bis zum Inkrafttreten des vollständigen EMPA als eigenständiges Abkommen fungieren. Das Abkommen sieht die schrittweise Abschaffung von Zöllen auf über 90 % des bilateralen Handels vor. Die Verhandlungen begannen 1999, eine erste Vereinbarung wurde 2019 getroffen, während eine politische Einigung im Dezember 2024 erzielt wurde. 
 
Zur Pressemitteilung

Horizont Europa: Sondierungsgespräche über eine mögliche Assoziierung Indiens gestartet 
 

Am 6. Februar 2026 begannen die EU-Kommission und Indien Sondierungsgespräche über eine mögliche Assoziierung an „Horizont Europa“. Die Gespräche folgten auf den 16. EU-Indien-Gipfel in Neu-Delhi, bei dem beide Seiten ihre Absicht bekräftigten, die strategische Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Sicherheit, Wissenschaft, Innovation und Mobilität zu vertiefen. Im Rahmen einer Assoziierung würde indischen Forschenden und Forschungseinrichtungen direkter Zugang zu Fördermitteln eröffnet, einschließlich der Möglichkeit, Projekte zu leiten. Indien würde einen finanziellen Beitrag zum Programm leisten. 
Die Zusammenarbeit in Forschung und Innovation wird durch das 2001 unterzeichnete Abkommen über wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit geregelt, das auf dem Gipfeltreffen in Neu-Delhi bis 2030 verlängert wurde und als konkretes Ergebnis die Aufnahme der Sondierungsgespräche vorsieht. 
 
Mit einer Assoziierung nähert sich Indien der engsten Form der internationalen Zusammenarbeit mit der EU in Wissenschaft und Technologie an. Derzeit sind 22 Nicht-EU-Länder mit dem Programm assoziiert. Die Verhandlungen über eine Assoziierung mit Japan wurden am 21. Dezember 2025 erfolgreich abgeschlossen; mit Australien wurden im September 2025 Sondierungsgespräche aufgenommen. 
Zur Pressemitteilung

EU und Nigeria starten Verhandlungen über bilaterales Abkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit 
 

Am 23. Februar 2026 haben die EU-Kommission und Nigeria in Lagos Verhandlungen über ein bilaterales Abkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit aufgenommen. Ziel ist es, die Kooperation in den Bereichen Forschung und Innovation im Einklang mit den Schlussfolgerungen des EU-Nigeria-Strategischen Dialogs 2023 sowie des EU-Nigeria-Gipfels 2024 weiter zu vertiefen. Das Abkommen soll einen politischen Rahmen schaffen, um die bisherige Zusammenarbeit zu bewerten, Erkenntnisse zu analysieren und künftige gemeinsame Maßnahmen festzulegen – gemäß den Prioritäten der bilateralen Kooperation sowie mit der multilateralen Innovationsagenda 2023–2033 der Afrikanische Union (AU) und der EU. 
Die Zusammenarbeit zwischen der EU und Nigeria in den Bereichen Wissenschaft, Technologie und Innovation hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt. Grundlage ist die gemeinsame EU-Nigeria-Roadmap, die aus dem siebten EU-Nigeria-Ministertreffen im Jahr 2020 hervorging. Nigeria beteiligt sich an 55 Projekten im Rahmen von Horizon Europe – vor allem in Gesundheit, Ernährung, Landwirtschaft und Umwelt – mit einem Fördervolumen von rund 20 Mio. €. Zudem ist Nigeria mit 12 Projekten der „Global Health European and Developing Countries Clinical Trials Partnership 3 (EDCTP3)“ beteiligt; 15 in Nigeria ansässige Organisationen erhalten daraus ein Fördervolumen von rund 9 Mio. € aus einem Gesamtbudget von etwa 75 Mio. €. 
Weltweit unterhält die EU bilaterale Abkommen über wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit mit 20 Ländern, in Afrika mit Algerien, Ägypten, Marokko, Südafrika und Tunesien. 
 
Zur Pressemitteilung

EU und Vietnam: Gemeinsame Erklärung zur Aufwertung der bilateralen Beziehungen zu einer strategischen Partnerschaft 

 
Im Rahmen des offiziellen Besuchs des Präsidenten des Europäischen Rates António Costa in Vietnam haben die EU und Vietnam am 29. Januar eine gemeinsame Erklärung über die Aufwertung ihrer Beziehungen zu einer umfassenden strategischen Partnerschaft vereinbart. Darin verkünden beide Seiten ihre Absicht, die Zusammenarbeit in den Bereichen Wissenschaft und Technologie, Forschung und Innovation zu vertiefen und auszuweiten. Dies umfasst die Verbesserung der Forschungskapazitäten und den Informationsaustausch über das Forschungs- und Innovationsrahmenprogramm Horizon Europe sowie andere Forschungsprogramme. Auch beabsichtigen sie, ihre bilaterale Zusammenarbeit im Bereich der allgemeinen Bildung und Ausbildung zu verstärken, unter anderem im Rahmen von Programmen wie Erasmus+. Ferner werden sie die Möglichkeiten zum Aufbau von Kapazitäten für akademische Fachkräfte und Einrichtungen prüfen, und die Mobilität von Studierenden und akademischem Personal sowie den Austausch von Erfahrungen und bewährten Verfahren unterstützen. Die EU und Vietnam unterstreichen ferner ihre Absicht, im Rahmen der Global Gateway-Initiative der EU zusammenzuarbeiten. 
 
Zur Pressemitteilung
Kurznachrichten

EU stärkt internationale Partnerschaften in einer sich wandelnden Weltordnung 
 

In einer Rede in Berlin vom 11. Februar betonte Kommissar Jozef Síkela die Notwendigkeit, Europas internationale Partnerschaften angesichts wachsender geopolitischer Spannungen weiter auszubauen. Die EU müsse durch gezielte Investitionen und Zusammenarbeit zur globalen Stabilität, nachhaltigen Entwicklung und wirtschaftlichen Resilienz beitragen und ihre Rolle als verlässlicher globaler Partner stärken.  
 
Link zur Pressemitteilung
Publikationen

Scientific networks as strategic actors in EU science diplomacy 
 

  
The Guild  
 
Link zur Publikation

Adopting AI that serves the needs and values of universities 
 

  
European University Association  
 
Link zur Publikation

Strategies for the financial sustainability of European Universities alliances 
 

  
European University Association 
 
Link zur Publikation
Veranstaltungen

Veranstaltungen im Hochschul- und Forschungskontext finden Sie auf unserer Website. 
 

Zur Website
www.daad-brussels.eu/de
Newsletter Abmeldung
Dieser Newsletter wird bereitgestellt von: 
Deutscher Akademischer Austauschdienst e.V.,  
rechtlich vertreten durch Herrn Dr. Kai Sicks, 
Kennedyallee 50 
D-53175 Bonn  
 
Tel.: +49 228 882-0 
Fax: +49 228 882-444 
E-Mail: buero.bruessel@daad.de 
Internet: https://www.daad.de
Vertretungsberechtigter Vorstand: 
Prof. Dr. Joybrato Mukherjee 
 
Registergericht Bonn 
Registernummer VR 2107 
Umsatzsteuer-IdNr.: DE122276332 
 
Verantwortlicher i. S. v. § 55 Abs. 2 RStV: 
Dr. Kai Sicks
DAAD-Büro Brüssel: 
Michael Hörig, Leitung 
Tanja Kreetz, stellv. Leitung  
Lisa Reichert, Project & Event Officer 
 
Rue d’Arlon 22 
B-1050 Brüssel 
 
Tel.: +32 (0) 472560477 
E-Mail: buero.bruessel@daad.de 
Website: www.daad-brussels.eu/de 
LinkedIn: www.linkedin.com/company/daad-brussels/ 
 
 
Redaktion 
Die Informationen dieses Newsletters wurden sorgfältig von dem Büro Brüssel recherchiert. Es wird jedoch keine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen und externen Links übernommen. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich. 
 
Haftungshinweis 
Wir übernehmen keine Haftung für die Inhalte Dritter. Für den Inhalt verlinkter Seiten sind ausschließlich deren Betreiber zuständig. 
 
Copyright © by DAAD e.V. 
Der Inhalt dieses Newsletters ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Die Verwendung des Textes - auch auszugsweise – und der Bilder ohne vorheriges schriftliches Einverständnis des DAAD ist nicht gestattet.
Der DAAD ist ein Verein der deutschen Hochschulen und ihrer Studierendenschaften. Er wird institutionell gefördert durch das Auswärtige Amt.