Bericht aus Brüssel - Aktuelle Meldungen aus der europäischen Wirtschaftspolitik
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Ausgabe Nr. 12
30.03.2026 
Bericht aus Brüssel
Die Woche in Brüssel: Going International Umfrage +++ EU-Australien Abkommen +++ Abstimmung über EU-USA Abkommen
Liebe Leserinnen und Leser,
 
die internationalen Geschäfte deutscher Unternehmen geraten zunehmend unter Druck. Hausgemachte Hürden bremsen die Unternehmen zusätzlich aus. Das ist ein zentrales Ergebnis der aktuellen DIHK-Umfrage „Going International 2026“, an der sich bundesweit 2.400 international aktive Unternehmen beteiligt haben. Nicht nur außerhalb Europas wachsen die Hemmnisse: 83 Prozent der Unternehmen sehen bei EU-Regulierungen eine Belastung für ihr Auslandsgeschäft: Lieferkettenvorgaben, Berichtspflichten, Verpackungsregeln oder der CO2-Grenzausgleich treiben Aufwand und Kosten in die Höhe. „Unsere Unternehmen stehen unter doppeltem Druck“, warnt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. „Während weltweit neue Barrieren entstehen, verschärfen wir in Europa die Regulierung sogar noch weiter. Das schwächt unsere Unternehmen im internationalen Wettbewerb zusätzlich.“
 
Gleichzeitig suchen viele Betriebe gezielt nach neuen Absatzmärkten. Besonders Indien und Teile Lateinamerikas rücken stärker in den Fokus. Das geplante EU-Indien Abkommen sowie das unterzeichnete EU-Mercosur Abkommen nähren Hoffnungen auf neue Wachstumsimpulse. Dazu passt auch das letzte Woche von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und dem australischen Premierminister Anthony Albanese auf den Weg gebrachte EU-Australien Freihandelsabkommen. Acht Jahre haben die EU und Australien verhandelt. Die EU verspricht ihren Unternehmen Exportgewinne, Rohstofflieferanten und neue Investitionen. Was das Abkommen im Detail bedeutet, lesen Sie in dem Beitrag von Klemens Kober.
 
Das Europäische Parlament hat der Umsetzung des im Sommer 2025 verhandelten Zollabkommens zwischen der EU und den USA zugestimmt, allerdings stellte es dafür eine Reihe von Bedingungen. Die Europaabgeordneten stimmten für eine zeitlich begrenzte Abschaffung europäischer Zölle auf US-Industrieprodukte. Der Gesetzentwurf muss jetzt noch von den 27 Mitgliedstaaten angenommen werden. DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier bewertet das Abkommen positiv: „Die Abstimmung im Europäischen Parlament ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Stabilität in den transatlantischen Handelsbeziehungen. Sie unterstreicht, dass Europa bereit ist, die Weiterentwicklung der Handelsbeziehungen mit den USA konstruktiv zu gestalten. Gerade für die exportstarke deutsche Wirtschaft sind klare Rahmenbedingungen und eine verbesserte Planungssicherheit von essenzieller Bedeutung.“
 
Aufgrund der Osterfeiertage erscheint der nächste Bericht aus Brüssel wieder am 13. April. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern frohe Osterfeiertage!
 
Ihre Freya Lemcke
 
Leiterin der DIHK Brüssel
Inhalt
Verhandlungsdurchbruch beim EU-Australien Freihandelsabkommen
KMU im Fokus des Bürgerenergiepaketes der EU‑Kommission
PFAS‑Beschränkungsverfahren: ECHA startet nächste Konsultation
Europäischer Rechnungshof: Bericht zum EU-Innovationsfonds veröffentlicht
Deutsch-Britisches Wirtschaftsforum am 27. April
Neue EU-Zollbehörde soll nach Lille
Agenda zu den Sitzungen der EU-Institutionen
Zahl der Woche
International
Verhandlungsdurchbruch beim EU-Australien Freihandelsabkommen

©Europäische Kommission / Christophe Licoppe

Die EU und Australien haben am 24. April die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen abgeschlossen. Das Abkommen wird über 99 Prozent der Zölle auf EU-Exporte nach Australien abschaffen. Die EU-Kommission rechnet mit bis zu einer Milliarde Euro an jährlichen Zollersparnissen für EU-Exporteure sowie mit einem Anstieg der jährlichen EU-Exporte um 33 Prozent im Laufe des nächsten Jahrzehnts.
 
 
  
Energie & Umwelt
KMU im Fokus des Bürgerenergiepaketes der EU‑Kommission

©acilo / E+ / Getty Images

Mit dem Bürgerenergiepaket vom 10. März möchte die Europäische Kommission Impulse für bezahlbare Energie setzen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sollen von steuerlichen Entlastungen bis zu Energy‑Sharing‑Modellen profitieren.
 
 
  
PFAS‑Beschränkungsverfahren: ECHA startet nächste Konsultation

©zimmytws / iStock / Getty Images Plus

Die wissenschaftlichen ECHA‑Gremien sprechen sich für eine umfassende EU‑weite Regulierung von PFAS aus, kombiniert mit gezielten Ausnahmen, wo derzeit keine Alternativen bestehen. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat die 60‑tägige Konsultation zum Entwurf des Auschusses für für sozioökonomische Analyse (SEAC) im PFAS‑Beschränkungsverfahren eröffnet. Unternehmen und weitere Stakeholder können sich bis zum 25. Mai 2026 mit Fachbeiträgen einbringen.
 
 
  
Finanzen
Europäischer Rechnungshof: Bericht zum EU-Innovationsfonds veröffentlicht

©metamorworks / iStock / Getty Images Plus

Der aktuelle Sonderbericht des Europäischen Rechnungshofs zum EU-Innovationsfonds stellt fest, dass der Fonds hinter den Erwartungen zurückbleibt. Trotz eines prognostizierten Budgets von rund 40 Milliarden Euro – das sich durch den Verkauf von 530 Millionen Emissionshandelszertifikaten im Zeitraum 2020–2030 zusammensetzen soll - leiste das Programm bisher einen geringen Beitrag zur Senkung der Treibhausgase, so der Bericht.
 
 
  
Kurz notiert
Deutsch-Britisches Wirtschaftsforum am 27. April
Die Deutsch-Britische Industrie- und Handelskammer (AHK Großbritannien), die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) organisieren am 27. April 2026 ab 14:30 Uhr die englischsprachige Konferenz „Germany-UK Business-Government Forum – Partners in Growth, Competitiveness & Resilience“ im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin.
 
Das Forum steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) und des britischen Department for Business and Trade (DBT). Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und der britische Minister für Wirtschaft und Handel Peter Kyle werden gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft das Kooperationspotenzial für deutsche und britische Unternehmen in den Bereichen Sicherheit und Resilienz sowie Wachstum und Innovation durch industrielle Kooperation diskutieren. Das Programm und die Anmeldung finden Sie hier.
 
 
Neue EU-Zollbehörde soll nach Lille
Der Rat und das Europäische Parlament haben Lille als Standort für die zukünftige Zollbehörde der Europäischen Union (EUCA) ausgewählt. Ihr Auftrag: die Aktivitäten der nationalen Zollbehörden in der gesamten Europäischen Union zu koordinieren und zu unterstützen. Sie soll etwa 250 Mitarbeiter beschäftigen.
 
Die Einrichtung der neuen Behörde ist Teil der Reform des gesamten Zollrahmens der EU. Damit soll den gestiegenen Handelsströmen, den fragmentierten nationalen Systemen, dem raschen Aufstieg des E-Commerce und der sich verändernden geopolitischen Realitäten Rechnung getragen werden.
 
 
Zu guter Letzt
Agenda zu den Sitzungen der EU-Institutionen
Die Termine von Montag, 30. März bis Freitag, 03. April 2026.
 
 
  
Zahl der Woche
34,6 … 
 
... Milliarden Euro haben die EU-Mitgliedstaaten in ihrem kohäsionspolitischen Fonds 2021-2027 neu zugewiesen, um die strategischen Prioritäten der EU zu verwirklichen. Zu den Prioritäten gehören die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, die Verbesserung der Verteidigung und der zivilen Vorsorge, die Förderung von erschwinglichem und nachhaltigem Wohnraum, die Verbesserung der Wasserresilienz sowie die Förderung der Energiekonnektivität.
 
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