Aktuelle Informationen zu Ländern und Märkten
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Ausgabe Nr. 11 / 2019 
Liebe Leserinnen und Leser,
 
„Warum sind Sie denn so negativ?" fragte mich neulich ein Zuhörer nach meinem Vortrag über die aktuelle Lage der Weltwirtschaft. Ich habe das nicht persönlich genommen, sondern auf die aktuellen Themen wie Handelskonflikte, Zölle oder Sanktionen bezogen, die seit einer Weile für schlechte Stimmung bei international agierenden Unternehmen sorgen. Und nun zeigt der neue AHK World Business Outlook, dass die deutschen Unternehmen im Ausland aufgrund des eingeschränkten Welthandels deutliche Einbuße beim Wachstum der Weltwirtschaft erwarten. Die schlechten Nachrichten bleiben also erst einmal bestehen.
 
Trotzdem: Viel Spaß beim Lesen,
Kevin Heidenreich
Inhalt
Blickpunkt
Schwache Weltkonjunktur belastet deutsche Unternehmen
Chancen und Risiken für deutsche Unternehmen in Afrika
DIHK Board Europa gegründet
Länder/Märkte
EU-27 einigt sich auf flexible Verlängerung der Brexit-Frist
Brexit: No-Deal Vorkehrungen der EU
Auszeichnungen für europäische Energy Scouts
Dänische Praktikanten für Ihr Unternehmen
Außenwirtschaftsförderung
EU-Vietnam-Handelsabkommen: Austausch im Europaparlament mit DIHK
Zoll- und Außenwirtschaftsrecht
Irak: Wegfall der BVA-Beglaubigung für Ursprungszeugnisse und Handelsrechnungen
Termine
Green Finance Bootcamp am
4.  Dezember 2019, Manila
Deutschland und Ungarn – Wirtschaftsfrauen im Dialog am 13.  Januar 2020 in Berlin
7.  Russland-Konferenz am
18.  Februar 2020 im DIHK in Berlin
Publikationen
DIHK-Studie zu Binnenmarkthindernissen 2019
Blickpunkt
Schwache Weltkonjunktur belastet deutsche Unternehmen
AHK World Business Outlook veröffentlicht 
 
Die deutschen Unternehmen im Ausland erwarten für das kommende Jahr keine Verbesserung der internationalen Konjunktur. Das geht aus den Antworten von rund 3.700 Mitgliedsunternehmen der deutschen Auslandshandelskammern, Delegationen und Repräsentanzen (AHKs) im neuen "AHK World Business Outlook" hervor.
 
Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Geschäfte insbesondere aufgrund von Handelskonflikten noch schwieriger werden. Die Investitions- und Beschäftigungspläne der deutschen Unternehmen im Ausland werden demzufolge zusammengestrichen. Auf Basis dieser Einschätzungen geht der DIHK davon aus, dass das ohnehin schwache weltwirtschaftliche Wachstum von rund 3 Prozent in diesem Jahr auch 2020 nicht höher ausfallen wird.
 
Der Grund für die gedrosselte Weltkonjunktur ist in erster Linie ein gelähmter Welthandel. Zölle, die Diskriminierung ausländischer Wettbewerber, Wirtschaftssanktionen sowie der nahende Brexit bremsten den Warenaustausch, verursachten hohe Kosten für Unternehmen und einen enormen bürokratischen Aufwand. Zuletzt haben sich zu einem immer schwieriger werdenden Handel die Streitigkeiten zwischen den USA und China oder auch die jüngsten Zollerhöhungen der USA gegenüber der EU gesellt. All dies schürt bei den Unternehmen die Verunsicherung über die Zukunft in globalen Lieferketten – mit der Folge, dass sie Investitionen zurückhalten.
 
Laut dem AHK World Business Outlook betrachtet die Hälfte der befragten Unternehmen die Wirtschaftspolitik in den jeweiligen Ländern als Hindernis für die eigenen Geschäfte. Zu den weiteren Risiken zählen neue Handelsbarrieren – neben Zöllen etwa auch zusätzliche Zertifizierungen oder die Bevorzugung einheimischer Betriebe.
 
Eine Abkühlung der Wirtschaft in allen Weltregionen: In China, in den USA und in vielen Industrieländern berichten die Unternehmen von einer langsamen Gangart. Von der Konjunkturschwäche sind aber auch Schwellenländer in Asien erfasst. In Südamerika führen die weltweite wirtschaftliche Abkühlung und nicht zuletzt auch politische Entwicklungen in vielen Ländern zu einem jähen Ende des kurzen konjunkturellen Auftriebs. Fazit: Keine Region zeichnet sich derzeit als zukünftiger Wachstumstreiber ab. Die Konjunkturerwartungen gehen auf allen Kontinenten zurück. Das sorgt weltweit für Zurückhaltung bei Investitionen und einer geringeren Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen – auch aus Deutschland.
 
Chancen und Risiken für deutsche Unternehmen in Afrika
"Compact with Africa" - G20 Investment Summit 
 
Eine dauerhafte Partnerschaft zwischen Deutschland und zwölf afrikanischen Staaten zu etablieren, ist das Ziel des "Compact with Africa". Über den aktuellen Stand der Handelsbeziehungen, Privatinvestitionen und Infrastrukturprojekte diskutierten afrikanische Staats- und Regierungschefs mit der Bundesregierung und Wirtschaftsvertretern beim G20 Investment Summit unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel im DIHK. Es wurden zahlreiche Leuchtturmprojekte präsentiert, zum Beispiel deutsche Direktinvestitionen in erneuerbare Energien oder auch Kooperationen im produzierenden Gewerbe und im Infrastruktursektor.
 
Bei der Unterzeichnung mehrerer bilateraler Abkommen wurde das Interesse deutscher Unternehmen am wirtschaftlichen Engagement in Afrika deutlich. Doch es besteht weiter Handlungsbedarf: "Vielfach verhindern hohe Bürokratiehürden, Korruption oder Sicherheitsfragen, dass deutsche Unternehmen den ersten Schritt nach Afrika überhaupt wagen", erklärte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Eine Sonderauswertung des AHK World Business Outlooks zu Afrika zeigt, dass deutsche Unternehmen auf dem afrikanischen Kontinent zwar gute Geschäfte erwarten, es aber noch einige Herausforderungen gibt, die einen Markteintritt oder Ausbau der Investitionen verhindern.
 
Die Bundesregierung hatte die Initiative 2017 im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft ins Leben gerufen. Die nunmehr zweite Investorenkonferenz mit den CwA-Partnern wurde vom Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft gemeinsam mit der Subsahara-Afrika Initiative der deutschen Wirtschaft (SAFRI), dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und dem Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) im Haus der Deutschen Wirtschaft organisiert.
 
DIHK Board Europa gegründet
Pünktlich zum geplanten Beginn der neuen EU-Kommission hat Anfang November das DIHK Board Europa seine Arbeit aufgenommen. Das Gremium setzt sich aus 25 IHK-Vertretern des Haupt- und Ehrenamtes sowie dem AHK-Europasprecher zusammen und beschäftigt sich mit europapolitischen Themen und Veranstaltungen. Ziel ist es, mit dem Board das europabezogene Engagement der IHK-Organisation und des DIHK Büro Brüssel sowohl in der EU-Hauptstadt als auch in Deutschland zu unterstützen. Dabei wird die EU-Expertise der Unternehmerinnen und Unternehmer sowie der IHKs gezielt für die Arbeit mit der neuen EU-Kommission und dem neuen EU-Parlament genutzt.
 
Länder/Märkte
EU-27 einigt sich auf flexible Verlängerung der Brexit-Frist
Der Brexit geht in die nächste Runde: Die EU hat sich mit Großbritannien auf eine erneute Verschiebung des Brexit auf den 31. Januar 2020 geeinigt. Die Vereinbarung enthält jedoch eine Besonderheit, die sogenannte „Flextension“. Diese regelt, dass der Brexit bereits früher vollzogen wird, falls das Vereinigte Königreich das mit der EU mühsam ausgehandelte Austrittsabkommen schon vor Ablauf der Frist unterzeichnet.
 
Für den Fall der vorzeitigen Ratifizierung des Austrittsabkommens durch beide Seiten einigte man sich auf den EU-Austritt Großbritanniens am Anfang des darauffolgenden Monats, also entweder am 1. Dezember 2019 oder am 1. Januar 2020, wobei der erstere Termin nun bereits hinfällig ist: Die Abgeordneten des britischen Parlaments entschieden sich für eine Neuwahl des Unterhauses am 12. Dezember. Planungssicherheit für Unternehmen gibt es also weiterhin nicht. Trotz der Einigung zwischen Brüssel und London warnte EU-Chefunterhändler Michel Barnier einen Tag nach dem Entschluss zur Neuwahl vor dem anhaltenden Risiko eines No-Deal-Brexit.
 
Durch einen weiterhin möglichen No-Deal-Brexit würden nunmehr Zölle anfallen, die den wirtschaftlichen Nutzen vieler Handelsbeziehungen gefährden würden. Darüber hinaus drohen Währungsschwankungen, höhere Steueraufwände, geänderte Produktanforderungen und steigende Bürokratie. Der DIHK rät allen betroffenen Unternehmen sowie deren Geschäftspartnern, sich auch mithilfe der Brexit-Checkliste des DIHK frühzeitig auf den Brexit vorzubereiten.
 
Brexit: No-Deal Vorkehrungen der EU
Auf der Homepage der Europäischen Kommission werden sämtliche No-Deal-Vorkehrungen der EU aufgeführt und in regelmäßigen Zeitabständen aktualisiert und ergänzt. Die Liste umfasst zurzeit bereits 110 Meldungen der Europäischen Kommission. Darüber hinaus werden die nationalen Brexit-Vorbereitungen aufgeführt.
 
Auszeichnungen für europäische Energy Scouts
In Zusammenarbeit mit dem DIHK qualifizieren vier europäische Auslandshandelskammern (AHK) Energy Scouts. Die Scouts sind junge Mitarbeiter, die in den Schulungen für die Themen Energieeffizienz, betriebliche Mobilität und Ressourceneffizienz geschult werden. Als qualifizierte Energy Scouts sind sie in der Lage, in ihren Unternehmen Maßnahmen zur Einsparung von Ressourcen zu konzipieren und umzusetzen. Drei AHKs haben jetzt die besten Energy Scouts des Jahres 2019 gekürt. Für den Wettbewerb mussten sie ein Projekt einreichen, das von den Fachjurys vor Ort bewertet wurde.
 
Das beste Projekt der bulgarischen Energy Scouts 2019 kam von Dronamics Ltd., einem jungen Unternehmen, das Flugdrohnen herstellt und damit Transportdienstleistungen in Ländern mit mangelnder Infrastruktur anbieten will. Das Projekt ermöglicht die effiziente Herstellung von Bauteilen aus dem 3-D-Drucker, indem es den Materialausschuss des benötigten Epoxidharzes um 97% reduziert. Dronamics vermeidet damit auch 61% der CO2-Emissionen dieses Prozesses.
 
Zu den Siegern auf der griechischen Insel Kreta wählte die Jury die Energy Scouts der Firma Askofruit, einem Hersteller von Bioprodukten aus Granatäpfeln. In ihrem Projekt überprüften die Scouts den Energieverbrauch ihrer Transportlogistik und der Kühlung. Über den Einsatz von Photovoltaik und Nachtstrom konnten sie beträchtliche Einsparpotenziale identifizieren und eine Reduktion der jährlichen CO2-Emissionen auf weniger als ein Drittel prognostizieren.
 
In Tschechien gewann das Team der Molkerei Madeta a. s.  mit einem umfangreichen Projekt. Die Scouts werden Durchflussbegrenzer für Warmwasser einbauen, haben eine Mitfahrbörse mit einer interaktiven Landkarte für die Beschäftigten erstellt, errechneten das Einsparpotential für die Umstellung auf LED-Beleuchtung in zwei Käsereien und sensibilisierten die Kolleginnen und Kollegen im Betrieb mit Plakaten zum Thema Standby-Verbrauch und Beleuchtung.
 
Die vorerst letzten Kurse für Energy Scouts bei den AHKs Bulgarien, Griechenland, Tschechien und Ungarn beginnen Anfang 2020. Es gibt noch wenige freie Plätze, Interessenten können sich hier informieren.
 
Dänische Praktikanten für Ihr Unternehmen
Die AHK Dänemark sucht im Rahmen ihres Projekts „Praktikum in Deutschland“ dänische Praktikanten für deutsche Unternehmen. Die Praktikanten kommen aus den Fachbereichen BWL, Gesellschaftswissenschaften, Ingenieurwesen, Kommunikation, IT. Die Praktikumsdauer liegt zwischen 3 und 6 Monaten.
 
Die AHK Dänemark sucht nun Unternehmen, die dem Projekt Praktikumsplätze
zur Verfügung stellen. Die AHK übernimmt kostenfrei die komplette Praktikantensuche. Interessierte Unternehmen übermitteln der AHK ihre Kriterien. Die AHK sucht dann nach Kandidaten, identifiziert geeignete Profile, führt Vorstellungsgespräche durch und evaluiert fortlaufend.
 
Die einzelnen Stellenausschreibungen werden auf w w w. praktik-i-tyskland. dk und auf der Homepage der AHK für zusätzliche Sichtbarkeit veröffentlicht.
Weitere Informationen über das Projekt finden Sie hier. Projektkoordinatorin Nora Henriksen freut sich auf Ihren Anruf (Tel. +45 33 41 10 30) oder Ihre E-Mail (nh@ handelskammer. dk).
 
Außenwirtschaftsförderung
EU-Vietnam-Handelsabkommen: Austausch im Europaparlament mit DIHK
Am 13. November fand im Europäischen Parlament ein vom DIHK und vom INTA-Vorsitzenden Bernd Lange organisierter Austausch zum Freihandelsabkommen zwischen der EU und Vietnam statt. Am Meeting nahmen Mitglieder des Parlaments sowie europäische Vertreter der Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft teil, um sich über die zukünftige Zusammenarbeit mit Vietnam und den Einfluss der EU in Südostasien auszutauschen.
 
Zoll- und Außenwirtschaftsrecht
Irak: Wegfall der BVA-Beglaubigung für Ursprungszeugnisse und Handelsrechnungen
Die irakische Botschaft in Berlin hat am 7.10.2019 informiert, dass die Beglaubigung von Ursprungszeugnissen und Handelsrechnungen durch das Bundesverwaltungsamt (BVA) künftig nicht mehr erforderlich ist. Künftig ist die Ausstellung des Ursprungszeugnisses bzw. die Bescheinigung der Handelsrechnung durch die IHK sowie die Beglaubigung durch die GHORFA für eine Legalisierung durch die irakische Botschaft in Berlin ausreichend. Der DIHK hatte seit längerem gegenüber der irakischen Botschaft darauf gedrängt, auf die BVA-Beglaubigung zu verzichten.
 
Termine
Green Finance Bootcamp am
4. Dezember 2019, Manila
Am 4. Dezember 2019 findet ein "Green Finance Bootcamp Workshop Series" der AHK Philippinien in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Naumann-Stiftung statt. Die Serie richtet sich an diejenigen, die nach neuen Investitionsmöglichkeiten suchen sowie die Fiinanzierung bereits bestehender Projekte.
 
Agenda:
• Überblick über Green Finance
• Marktsituation Green Finance
• Llokale Akteure
• Berechtigte Projekte
• Zugang zu Green Finance
• Projektvorbereitung und Durchführung
• Gesetze und Regularien
 
Nähere Informationen und Möglichkeit der Anmeldung finden Sie hier.
 
Deutschland und Ungarn – Wirtschaftsfrauen im Dialog am 13. Januar 2020 in Berlin
Am 13. Januar 2020 laden die AHK Ungarn und der DIHK gemeinsam mit dem Verband deutscher Unternehmerinnen und dem Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“ ein zur Veranstaltung „Deutschland und Ungarn – Wirtschaftsfrauen im Dialog“. Die Keynote hält die ungarische Staatsministerin für Familie und Jugend, Katalin Novák. Diskutiert wird, welche Rolle eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Zeiten des demografischen Wandels und des Fachkräftebedarfs spielt, wie die Arbeitswelt die Belange von Familien berücksichtigen kann und welche Rahmenbedingungen dafür in Betracht gezogen werden sollten. Es geht auch um die Frage, was Frauen in Deutschland und Ungarn voneinander lernen können. Veranstaltungssprache ist Deutsch.
 
Eine verbindliche Anmeldung ist bis zum 20. Dezember 2019 möglich. Die Anmeldung erfolgt online über diesen Link.
 
7. Russland-Konferenz am
18. Februar 2020 im DIHK in Berlin
Save the date: Der DIHK und die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK Russland) organisieren am 18. Februar 2020 ab 10 Uhr im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin die 7. Russland-Konferenz. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf dem Thema: „Innovation als Wachstumsmotor!“ Weitere Informationen zur Anmeldung sowie ein Programmentwurf folgen.
 
Publikationen
DIHK-Studie zu Binnenmarkthindernissen 2019
Noch immer sind viele Unternehmen im EU-Binnenmarkt mit Problemen und Hindernissen bei grenzüberschreitenden Geschäften konfrontiert – trotz des freien Verkehrs von Waren, Dienstleistungen, Fachkräften und Kapital. Das geht aus einer aktuellen DIHK-Umfrage zu Binnenmarkthindernissen 2019 hervor. „Wir waren überrascht, wie viele Schwierigkeiten beim grenzüberschreitenden Handel und vor allem bei den Dienstleistungen bestehen“, sagt Stephan Wernicke, Chefjustiziar des DIHK. „Statt der notwendigen Erleichterungen für einen reibungsloseren Ablauf der internationalen Geschäfte haben wir zum Teil eher mehr als weniger Hindernisse wahrgenommen.“ Der EU-Binnenmarkt ist der größte Wirtschaftsraum der Welt und seine Vollendung für deutsche Unternehmen von herausragender Bedeutung. 59 Prozent der deutschen Exporte gehen in das Herzstück der Europäischen Union.
 
Unternehmen klagen jedoch über komplizierte nationale Regelungen und Verfahren, die vor allem Dienstleitungen erschweren. So sind etwa in der Baubranche weitgehende Registrierungspflichten erforderlich. Oft ist zum Beispiel auch unklar, in welchem Staat die Umsatzsteuer bezahlt werden soll oder welcher Steuersatz anzuwenden ist, teilweise werden für die Rechnungsstellung sogar nationale Bankkonten vorausgesetzt.
 
Die Abweichungen zwischen den nationalen Systemen bleiben groß. Dabei sind Unterschiede im Verbraucherrecht oder bei der Anwendung der Datenschutzgrundverordnung für Unternehmen besonders spürbar. „Das erschwert grenzüberschreitendes Wirtschaften für kleine und mittlere Unternehmen erheblich“, betont Wernicke. Verwaltungsverfahren und Portale sehen zudem von Land zu Land sehr unterschiedlich aus und sind nicht miteinander vernetzt. Das führt zu Doppelnachweisen, zeit- und kostenintensiven Formalia und macht es schwer, an Informationen über anwendbare Gesetze zu kommen.
 
Aus Sicht der Wirtschaft ist es deshalb wichtig, durch Bürokratieabbau, einheitliche Regelungen und mehr Rechtssicherheit für einen besser funktionierenden EU-Binnenmarkt zu sorgen. „Es geht nicht um Deregulierung, sondern um das Bewusstsein, dass ein reibungsloser Binnenmarkt Unternehmen und Bürgern nutzt“, fasst Wernicke zusammen.
 
Die DIHK-Studie zu Binnenmarkthindernissen wurde veröffentlicht. Die Umfrage auf Deutsch und Englisch finden Sie hier.
 
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