Aktuelle Informationen zu Ländern und Märkten
 ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌
Wird dieser Newsletter nicht richtig angezeigt? » Zur Webseitenansicht
Ausgabe Nr. 5 / 2020 
Liebe Leserinnen und Leser,
 
„Slowbalisation“ beschreibt den aktuellen Rückgang der Globalisierung aufgrund der Corona-Auswirkungen auf den Welthandel. Kurzfristig ändern viele Unternehmen ihre Lieferketten, vor allem hin zu sicheren Märkten und Ländern, die effektiver und schneller auf das Coronavirus reagiert haben. Die Globalisierung ist damit nicht am Ende – sie verändert sich nur. Auch in Zukunft wird es noch Produkte geben, die in China mit deutschen Maschinen und australischen Rohstoffen hergestellt und mit koreanischen Schiffen in die USA gebracht werden.
 
Viel Spaß beim Lesen,
Kevin Heidenreich
Inhalt
Blickpunkt
Industrie stellt Lieferketten um
Corona-Krise: IHK-Organisation führt Kontaktstelle für internationale Lieferketten-Hemmnisse ein
Länder/Märkte
Modernisierung des EU-Mexiko-Handelsabkommens
Erfolgreiche Online-Jahrestagung der AHK Finnland
Interview zu den Maßnahmen des Internationalen Währungsfonds (IFW)
Außenwirtschaftsförderung
Ideenpapier zum Handel von Gesundheitsprodukten
Europäische Energy Scouts – Vorläufige Bilanz nach zwei Jahren
Zoll- und Außenwirtschaftsrecht
Corona-Pandemie: Maßnahmen im Bereich Zollpräferenzen
Informationsaustausch zu Veredelungsverfahren ab 1.  Juni elektronisch
Termine
Matchmaking mit namibischen Unternehmen für Einkäufer
Exportinitiative Energie: AHK-Geschäftsreisen in virtueller Form
Blickpunkt
Industrie stellt Lieferketten um
Die exportorientierten Industriebetriebe in Deutschland kämpfen aktuell mit Liefer- und Produktionsausfällen in anderen Weltregionen. In der aktuellen Corona-Blitzumfrage des DIHK nennt rund jedes vierte Unternehmen im produzierenden Gewerbe fehlende Waren und Dienstleistungen in der Wertschöpfungskette sowie logistische Engpässe. Als Reaktion darauf suchen bereits 17 Prozent der Industriebetriebe und Großhändler aktiv nach neuen Lieferanten – und zwar überwiegend in Deutschland (87 Prozent) und anderen EU-Ländern (59 Prozent).
 
Die Folge ist eine stärkere Regionalisierung und Europäisierung von Lieferketten. "Der Weltmarkt wird gerade wieder neu verteilt", so DIHK-Präsident Schweitzer. Die Reorganisation der Lieferketten sei dafür nur ein Beispiel. "Es ist gut möglich, dass Deutschland als Wirtschaftsstandort gestärkt aus der Krise hervorgehen wird. Damit das aber tatsächlich gelingen kann, brauchen heimische Betriebe schnell eine höhere Liquidität – und ausländische Unternehmen neue Anreize, um in den Standort Deutschland zu investieren", fordert der DIHK-Präsident.
 
Die hiesige Industrie kämpft in der Corona-Krise vor allem mit einem dramatischen Nachfragerückgang. Auf Grundlage der Sonderumfrage unter Herstellern, Zulieferern und Dienstleistern des verarbeitenden Gewerbes erwartet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ein zweistelliges Minus bei der deutschen Wirtschaftsleistung.
 
Corona-Krise: IHK-Organisation führt Kontaktstelle für internationale Lieferketten-Hemmnisse ein
EU-Länder und Länder außerhalb Europas haben mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie zahlreiche Maßnahmen eingeführt, die unter anderem auch starke Störungen in den Wertschöpfungs- und Lieferketten zur Folge haben. Viele Grenzen sind geschlossen, Reiseeinschränkungen und lange Wartezeiten erschweren die ohnehin unter Druck stehenden Geschäfte der Unternehmen.
 
Die Bundesregierung und die Länder haben deshalb neue Kontaktstellen eingerichtet, mit deren Hilfe Lieferkettenprobleme behoben werden sollen. Die IHK-Organisation wurde nun um Unterstützung gebeten, Hemmnisse im Binnenmarkt und in Drittstaaten zu erfassen, zu bündeln und an die Politik zwecks Lösungsfindung zu kommunizieren.
 
Sollte Ihr Unternehmen von akuten Handelshemmnissen betroffen sein, informieren Sie bitte die IHK.
 
Länder/Märkte
Modernisierung des EU-Mexiko-Handelsabkommens
Als eine "wesentliche Verbesserung des bilateralen Abkommens aus dem Jahr 2000" bewertet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) das überarbeitete Handelsabkommen zwischen Europa und Mexiko. Den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen hatte EU-Handelschef Phil Hogan am 28. April in Brüssel bekanntgegeben.
 
"Der lange Atem der EU hat sich gelohnt", kommentiert DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier den EU-Mexiko-Pakt. "Mit Mexiko konnte ein wichtiges Handelsabkommen gerade in den für die deutsche Wirtschaft relevanten Dienstleistungs- und Beschaffungsbereichen modernisiert werden." Die neue Vereinbarung deckt neben dem Warenhandel auch Sektoren wie Finanzen, E-Commerce und Landwirtschaft ab. Zudem ist es das erste Abkommen zwischen der EU und einem lateinamerikanischen Land, das auch Investitionen schützt.
 
Das klare Signal für mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit zeige, dass transatlantischer Handel auch positiv gestaltet werden könne, so der DIHK -Außenwirtschaftschef. "Mexiko ist das mit Abstand wichtigste Zielland deutscher Exporte nach Lateinamerika", sagt Treier zur Bedeutung des deutsch-mexikanischen Handels und fordert nun weitere Schritte: "Auch bei der Ratifizierung des wichtigen Mercosur Abkommens sollte Europa weiter am Ball bleiben. In Zeiten der Corona-Krise kann die EU so ihre Aktionsfähigkeit unter Beweis stellen und den international orientierten deutschen Unternehmen neue Marktchancen eröffnen."
 
Erfolgreiche Online-Jahrestagung der AHK Finnland
Viel Lob erntete die AHK Finnland für ihr Online-Event am 14. 05. Die Jahrestagung und Mitgliederversammlung war als fast fünfstündiger Livestream per Webinar-Plattform organisiert. Die Bilanz: 130 Teilnehmer, 10 Gastredner, 8 Slide-Shows, 8 Poll-Umfragen, 7 Video-Einspielungen und 1 Verlosung. Während der Planung verfolgte das Team der AHK Finnland eher die Vision einer TV-Show als eines Webinars.
 
Interview zu den Maßnahmen des Internationalen Währungsfonds (IFW)
Der Exekutivdirektor Deutschlands beim Internationalen Währungsfonds (IWF), Dr. Rüdiger von Kleist, erläutert in einem Interview mit der Delegation der Deutschen Wirtschaft in Washington, DC (RGIT) die Maßnahmen, die der IWF im Rahmen der Corona-Krise getroffen hat, um die globale Wirtschaft zu unterstützen. Zudem gibt er eine Einschätzung zu den Volkswirtschaften Deutschlands und den USA und äußert sich zum Trend lokalisierter Wertschöpfungsketten. Das Interview können Sie hier ansehen.
 
Außenwirtschaftsförderung
Ideenpapier zum Handel von Gesundheitsprodukten
Die weltweite Nachfrage nach Medikamenten und medizinischer Ausrüstung steigt aufgrund der Corona-Pandemie rasant an. Um die globale Verfügbarkeit entsprechender Produkte zu verbessern, plädiert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) dafür, dass nun möglichst viele Staaten das Pharma-Abkommen der Welthandelsorganisation (WTO) zeichnen. Das geht aus einem aktuellen DIHK-Ideenpapier hervor.
 
"Es ist an der Zeit, dass alle Länder – auch die weniger entwickelten – rasch dem WTO-Pharma-Abkommen beitreten, das einen Welthandel mit Gesundheitsprodukten möglichst ohne Zölle und sonstige Hürden befördert", betont DIHK-Präsident Eric Schweitzer, der sich bereits im März für Fortschritte bei den WTO-Abkommen für Pharma und E-Commerce eingesetzt hatte.
 
"Klar ist: Protektionismus ist nicht die Antwort auf die Krise", sagt Schweitzer. Protektionismus schade der Weltwirtschaft und auch den Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Pandemie. "Der grenzüberschreitende Handel mit Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten sollte gerade in diesen Zeiten sichergestellt werden – und bei den global koordinierten Corona-Gegenmaßnahmen Priorität haben."
 
Europäische Energy Scouts – Vorläufige Bilanz nach zwei Jahren
Das Projekt Young Energy Europe qualifiziert in Zusammenarbeit mit vier europäischen Auslandshandelskammern Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen zu Energy Scouts. Ziel des Projekts ist es, die Teilnehmer der Schulungen in den Bereichen Energie- und Ressourceneffizienz Praxisprojekte erarbeiten zu lassen, die zu geringeren Ressourcenverbräuchen und damit zur Verminderung von Treibhausgasemissionen beitragen.
 
Seit Beginn des Projekts sind insgesamt über 212 Energy Scouts aus knapp 90 Unternehmen geschult worden. Sie haben 94 Effizienzprojekte mit erheblichen Einsparpotenzialen konzipiert, die meisten davon in den Bereichen Druckluft und Beleuchtung, aber auch die Themen Mobilität und Ressourceneffizienz sowie Wasserverbrauch spielen eine große Rolle.
 
Die Projekte der ersten beiden Jahrgänge europäischer Energy Scouts ergeben eine mögliche Reduktion von Treibhausgasemissionen von ca. 8.800 t CO2 im Jahr. Dahinter stehen Einsparpotenziale von über 10.000 MWh Strom sowie erhebliche Mengen an Erdgas, Heizöl und Treibstoffen, aber auch Wasser, Papier, Batterien und Kunststoffe, die die Unternehmen nicht mehr im vorherigen Umfang verwenden. Einige Projekte sind als Pilotprojekte in einzelnen Filialen oder Niederlassungen gestartet und können später auf weitere Standorte ausgeweitet werden, so dass sich in Zukunft ein Skaleneffekt ergeben sollte.
 
2020 stehen die Energy Scouts aufgrund der Corona-Krise vor zusätzlichen Herausforderungen. Seit März sind viele Unternehmen in Bulgarien, Griechenland, Tschechien und Ungarn geschlossen und mussten teilweise bereits Personal abbauen. Einige AHKs haben die Schulungen in den virtuellen Raum verlegt, aber nicht alles lässt sich aus dem Home Office erledigen. So können die Scouts z. B. Verbrauchsmessungen in den Betrieben erst durchführen, wenn der normale Arbeitsalltag erneut beginnt. Erste positive Signale dafür kommen aus Ungarn und Tschechien. Weitere Informationen zum Projekt Young Energy Europe finden sich auf der Webseite.
 
 
Zoll- und Außenwirtschaftsrecht
Corona-Pandemie: Maßnahmen im Bereich Zollpräferenzen
Der deutsche Zoll hat die auf seiner Website w w w. zoll. de eingestellten Informationen über Maßnahmen zur Entlastung von durch die Corona-Pandemie nachweislich betroffenen Unternehmen am 07.05.2020 erneut aktualisiert. U.a. wurden unter diesem Link Informationen zum Umgang mit Nachweisen für präferenzielle Einfuhren ergänzt.
 
Die beschriebenen Maßnahmen gelten rückwirkend für alle ab dem 1. März 2020 ausgestellten förmlichen Präferenznachweise (Warenverkehrsbescheinigungen EUR.1/EUR-MED sowie für A.TR). Hinsichtlich der Warenverkehrsbescheinigungen, die in der Türkei ausgestellt werden, gilt seit dem 24. April 2020 zusätzlich die Besonderheit, dass diese vorübergehend nicht mehr handschriftlich unterzeichnet werden. Deutschland und die EU erkennen dies vorübergehend an.
 
Laut Zollverwaltung sind alle Maßnahmen zeitlich befristet und gelten nur solange, wie die durch die Covid-19-Krise bedingten Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen andauern. Mit der Anerkennung von Präferenznachweisen, die als Kopie in elektronischer Form bereitgestellt werden, hat der deutsche Zoll eine vom DIHK bereits Ende März vorgebrachte Forderung für zollbezogenen Erleichterungen aufgrund der Corona-Krise aufgegriffen.
 
 
Informationsaustausch zu Veredelungsverfahren ab 1. Juni elektronisch
In seinen Fachmeldungen vom 27. 1. 2020 und 8. 5. 2020 weist die der deutsche Zoll darauf hin, dass ab dem 1.6.2020 der Informationsaustausch zwischen Zollstellen und Zollstellen bzw. zwischen Zollstellen und Unternehmen bzgl. zu erhebender Abgaben im Zusammengang mit aktiven oder passiven Veredelungsverfahren (AV, PV) ausschließlich elektronisch erfolgt.
 
Ab diesem Zeitpunkt ist der Informationsaustausch nicht länger mittels Informationsblättern INF in Papier möglich. Es dürfen keine INF-Vordrucke mehr verwendet werden. Lediglich bis zum 31. Mai 2020 ausgestellte INF-Vordrucke können bis zu ihrer Erledigung weiter verwendet werden.
 
In welchen Fällen der elektronische „Standardinformationsaustausch“ über das EU Customs Trader Portal (EUCTP) erforderlich ist und in welchen Fällen stattdessen der elektronische Informationsaustausch „mit anderen Mitteln“ (z.B. Exceltabelle) möglich ist, entnehmen Sie bitte den o.g. Meldungen des Zolls. Bzgl. der Umstellung auf den elektronischen Standardinformationsaustausch stehen die Hauptzollämter sowie der Service Desk Zoll (fachliche Fragen) der Service Desk ITZBund (technische Fragen) zur Verfügung.
 
 
Termine
Matchmaking mit namibischen Unternehmen für Einkäufer
Die AHK für das Südliche Afrika bietet eine kostenlose Partnerschaftsvermittlung mit namibischen Firmen für Einkäufer aus Deutschland und Europa an. Das ganze Programm, das vom 15. bis 19. Juni online stattfinden wird, besteht aus einem Webinar über Einkaufsmöglichkeiten in Namibia (15. Juni) und online B2B Meetings mit potentialen Geschäftspartnern (zwischen 16. und 19. Juni).
 
Die Wertschöpfungsketten im Fokus sind (Natur)Kosmetik, Wildfleisch, Fisch und weitere Wildprodukte, aber auch Interessenten an weiteren Produkten sind willkommen daran teilzunehmen. Die Initiative wird durch das Global Business Network (GBN) in Namibia unterstützt.
 
Mehr Informationen erhalten Sie hier.
 
Exportinitiative Energie: AHK-Geschäftsreisen in virtueller Form
Angesichts der weiteren Ausbreitung des Coronavirus und der sinnvollen Einschränkungen weltweit, versucht die Exportinitiative Energie geplante Veranstaltungen durch virtuelle Meetings, Sessions und Workshops zu ersetzen. Veranstaltungen, die online nicht durchgeführt werden können, werden zunächst auf das 2. Halbjahr verschoben.
 
Erste AHK-Geschäftsreisen nach Chile, Dänemark, Frankreich und die Niederlande sind bereits erfolgreich in virtueller Form durch die AHKs durchgeführt worden. Auf der Webseite der Exportinitiative Energie können Sie sich über den aktuellen Stand informieren: w w w. german-energy-solutions. de
 
 
Gefällt Ihnen unser Newsletter?
Dann empfehlen Sie ihn weiter,oder melden Sie sich hier an.
 
Über uns       Impressum       Weitere Newsletter
Facebook
Twitter
Instagramm