Von der Wirtschaft für die Wirtschaft – Schlaglichter der Handelspolitik
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Ausgabe Nr. 9 / 2020 
Liebe Leserinnen und Leser,
 
anbei die "Trade News" - Ausgabe September 2020. Enthalten sind handelspolitische Nachrichten aus Brüssel, Peking, Singapur und Washington.
 
 
Viel Spaß beim Lesen,
Klemens Kober
Inhalt
Update
DIHK-Impulspapier: Die Globalisierung nach Corona
DIHK veröffentlicht Impulspapier für neue EU-Handelsstrategie
EU-Vietnam Handelsabkommen in Kraft
EU und USA einigen sich auf gegenseitige Zollsenkungen
EU-China-Abkommen zum Schutz europäischer geografischer Angaben
Informeller EU-Handels-
ministerrat in Berlin
Dombrovskis soll neuer EU-Handelskommissar werden
EU-Angola-Investitionsabkommen
Sechste Verhandlungsrunde EU-Usbekistan-Partnerschaftsabkommen
Zweite Verhandlungsrunde zur Modernisierung des Energy Charter Treaty
WTO-Urteil: China-Zölle der USA sind rechtswidrig
Kolumbien ratifiziert WTO Trade Facilitation Agreement
Ressourcen
Europäische Kommission veröffentlicht Aktionsplan zu kritischen Rohstoffen
Bundesregierung zum EU-China-Investitionsabkommen
EP-Think Tank: Berichte zu Handelspolitik nach Corona,
EU-Souveränität
EU-Kommission veröffentlicht statistischen Handelsbericht
Neues WTO Webtool zu geltenden Zollrichtlinien
WTO-Berichte: Welthandel 2020, Reisebeschränkungen,
COVID-19 Handelsbarrieren
Globalisierungsstudien Bertelsmann Stiftung/ECIPE
RGIT Corner - News aus Washington
Aufhebung der Zölle auf Aluminiumimporte aus Kanada
Weitere US-Maßnahmen gegen China
USA und Taiwan starten neuen Wirtschaftsdialog
Transatlantische Handelsbeziehungen und die strategische Autonomie Europas
US-Administration konzentriert sich auf Handel mit Mexiko
China News
China verhängt Einfuhrverbot für deutsches Schweinefleisch
Internationale Pekinger Dienstleistungsmesse: Xi verspricht mehr Marktöffnung
Asia Corner
Verhandlungsdurchbruch Regional Comprehensive Economic Partnership
3.  Verhandlungsrunde Malaysia-Iran FTA
2.  Verhandlungsrunde Südkorea-Kambodscha FTA
Update
DIHK-Impulspapier: Die Globalisierung nach Corona
Am 06.08.2020 hat der DIHK ein Impulspapier zur Globalisierung nach Corona veröffentlicht. Für die hoch-internationalisierte deutsche Wirtschaft ist entscheidend, die Pandemie-Krise ohne zusätzlichen Protektionismus zu bewältigen. Statt dem Rückzug ins Nationale sind beherzter Einsatz für die internationale Arbeitsteilung, der Erhalt internationaler Wertschöpfungsketten auf der Grundlage von regelbasiertem Handel und ein EU-Leadership in diesen Fragen das Gebot der Stunde. Nach Auffassung der Wirtschaft sollte die EU daher die Diversifizierung der Handelsbeziehungen vorantreiben. Entsprechend wichtig sind die europäischen Handelsverträge etwa mit dem Mercosur, aber auch mit Mexiko und Indonesien.
 
DIHK veröffentlicht Impulspapier für neue EU-Handelsstrategie
Die Corona-Pandemie droht zunehmend zum Katalysator eines weltweiten Protektionismus zu werden. Im Interesse der stark international orientierten Wirtschaft hierzulande plädiert der DIHK dafür, dass Deutschland die Zeit seiner Ratspräsidentschaft für eine ambitionierte EU-Handelspolitik nutzt. Für das Gesamtjahr 2020 rechnet der DIHK mit einem Rückgang der deutschen Exporte von deutlich mehr als zehn Prozent. Umso bedeutsamer sei es für die hoch internationalisierte deutsche Wirtschaft, dass die Europäische Union mit ihrer Handelspolitik jetzt die richtigen Weichen stelle.
 
Nur mit der EU als großem integrierten Wirtschaftsraum haben die oftmals mittelständisch geprägten Unternehmen im internationalen Wettbewerb eine hörbare Stimme. Jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hängt am Export, in der Industrie sogar jeder zweite. Durch Abkommen mit Mercosur, China, UK, Indien und ASEAN sollte die zukünftige EU-Handelsagenda den Ausbau sowie die Diversifizierung verlässlicher Handelsbeziehungen ermöglichen. Auch die wirtschaftlichen Nachbarschaftsbeziehungen — insbesondere mit dem Vereinigten Königreich, der Schweiz, mit Ländern des Balkans und der Türkei — sowie die Vernetzung mit Indien und Südostasien gewinnen zunehmend an Bedeutung.
 
Gleiches gilt bei den globalen Regeln für digitalen und nachhaltigen Handel. Hierzu sollte die EU eine ehrgeizige Modernisierung der Welthandelsorganisation vorantreiben. Damit Handelsabkommen Erfolg und Rückhalt in der Breite der Wirtschaft finden, ist nicht zuletzt ihre praktische Umsetzung und die Nutzbarkeit des Mittelstandes entscheidend. Europa kann so zum Vorreiter in der internationalen Handelspolitik werden.
 
Seine Vorstellungen über die entscheidenden Weichenstellungen in der Handelspolitik hat der DIHK in einem „Impulspapier für die neue EU-Handelsstrategie“ zusammengefasst.
 
EU-Vietnam Handelsabkommen in Kraft
Am 01.08.2020 trat das Handelsabkommen zwischen der EU und Vietnam, das 99 Prozent der Zölle beseitigt, in Kraft. Die Zölle entfallen stufenweise. So können wichtige EU-Exportwaren wie Arzneimittel, Chemikalien oder Maschinen bereits mit dem Inkrafttreten des Abkommens zollfrei exportiert werden. Die EU-Kommission hat hierzu ein Handbuch veröffentlicht.
 
EU und USA einigen sich auf gegenseitige Zollsenkungen
Die EU und die USA haben sich auf Zollsenkungen im Handel mit Waren im Wert von mehreren hundert Millionen US-Dollar geeinigt. Die EU schafft die Importzölle für Hummer für die nächsten 5 Jahre ab, während die USA im Gegenzug die Zölle auf eine Reihe europäischer Produkte, wie beispielsweise Kristallglaswaren, Treibladungspulver und Feuerzeuge senken.
 
EU-China-Abkommen zum Schutz europäischer geografischer Angaben
Die EU und China haben am 14.09.2020 ein Abkommen zum gegenseitigen Schutz von jeweils 100 geografischer Her-kunftsbezeichnungen unterzeichnet.
Der chinesische Markt bietet ein hohes Wachstumspotenzial für europäische Lebensmittel und Getränke. China war im Jahr 2019 mit einem Volumen von
14,5 Milliarden Euro der drittgrößte Absatzmarkt für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel aus der EU.
 
Informeller EU-Handels-
ministerrat in Berlin
Die EU-Kommissare Valdis Dombrovskis und Thierry Breton haben am 21.09. am informellen Rat für Handel in Berlin teilgenommen und sich mit den Handels-ministern der Mitgliedstaaten über aktuelle Herausforderungen der Handelspolitik ausgetauscht. Themenschwerpunkt des Austausches war der Einsatz der EU für regelbasierten, multilateralen Handel, insbesondere im Hinblick auf die grüne und digitale Transformation der EU.
 
Dombrovskis soll neuer EU-Handelskommissar werden
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat am 08.09.2020 ihren Vorschlag für die Umbesetzung der EU-Kommission bekanntgegeben. Ihrem Vorschlag zufolge soll der Lette Valdis Dombrovskis das Handelsressort der EU-Kommission übernehmen. Im Oktober finden hierzu die Anhörungen im Europaparlament statt. Die Umbesetzung war nötig geworden, da der vorherige Handelskommissar Phil Hogan nach Verstößen gegen irische Corona-Regeln zurückgetreten war.
 
EU-Angola-Investitionsabkommen
Die Europäische Union und Angola haben am 08.09.2020 den Beginn von Sondierungsgesprächen über die Aufnahme eines Investitionsabkommens vereinbart. Angola ist der erste afrikanische Staat, mit dem die EU solche Gespräche aufnimmt. Mit der drittgrößten Volks-wirtschaft in Subsahara-Afrika wird ebenso über einen Beitritt zum Partnerschafts-abkommen der EU mit sechs südafrikanischen Staaten verhandelt.
 
Sechste Verhandlungsrunde EU-Usbekistan-Partnerschaftsabkommen
Die EU und Usbekistan haben in der Woche vom 14.09. bis 18.09. die sechste Verhandlungsrunde über ein Partnerschaftsabkommen verhandelt. Die sechste Verhandlungsrunde behandelte unter anderem Zollfragen, den Einfluss von Staatsfirmen und auch die Möglichkeiten zur nachhaltigen Entwicklung.
 
Zweite Verhandlungsrunde zur Modernisierung des Energy Charter Treaty
Die EU hat sich per Videokonferenz vom 08. bis 11.09.2020 an der zweiten Runde der Verhandlungen über eine neue Energiecharta beteiligt. Im Fokus standen Themen wie Zugang zu Energieinfra-struktur, Transparenz und Finanzierung durch Dritte. Die nächste Verhandlungs-runde findet vom 03. bis 06.11.2020 statt.
 
WTO-Urteil: China-Zölle der USA sind rechtswidrig
Am 15.09.2020 entschied ein WTO-Panel, dass die US-Zölle gegen China in Höhe von mehr als 350 Milliarden Dollar gegen geltendes WTO-Recht verstießen. Da das Berufungsgremium der WTO jedoch seit Ende 2019 nicht mehr funktionsfähig ist, wird dieser Fall vorerst nicht endgültig rechtlich geregelt werden.
 
Kolumbien ratifiziert WTO Trade Facilitation Agreement
Kolumbien hat am 06.08.2020 das Trade Facilitation Agreement (TFA) der Welthandelsorganisation ratifiziert. Verbunden mit dem Abkommen sind umfangreiche Handelserleichterungen. Bis heute hat Kolumbien über 96 Prozent der Verpflichtungen aus dem Abkommen umgesetzt. Eine vollständige Umsetzung wird für 2023 angestrebt. Über 93 Prozent der WTO-Mitglieder haben das TFA bereits implementiert. Das TFA beinhaltet Handelserleichterungen wie die Vereinfachung von Zollabwicklungs- und Importvorschriften.
 
Ressourcen
Europäische Kommission veröffentlicht Aktionsplan zu kritischen Rohstoffen
Die EU-Kommission hat am 03.09.2020 ihren Aktionsplan zu kritischen Rohstoffen, die Liste kritischer Rohstoffe 2020 sowie eine Zukunftsstudie über kritische Rohstoffe vorgelegt. Diese schlagen Maßnahmen vor, um die Abhängigkeit Europas von der Versorgung mit kritischen Rohstoffen durch Drittländer unabhängig zu machen. Ziel ist, die Widerstandsfähigkeit und strategische Autonomie Europas zu erhöhen.
 
Bundesregierung zum EU-China-Investitionsabkommen
Die Bundesregierung hat in einer Antwort auf eine Anfrage der Fraktion DIE LINKE am 20.07.2020 ihre Position zu den laufenden Verhandlungen mit der Volksrepublik China über ein Investitionsabkommen dargelegt. Die Regierung unterstütze weiterhin die Verhandlungsführung durch die Europäische Kommission, die einen substanziell verbesserten Zugang zum chinesischen Markt, faire Wettbewerbsbedingungen sowie ein Ende des erzwungenen Technologietransfers zum Ziel habe. Zum Erreichen dieser Ziele sei allerdings ein „substanzielles Entgegenkommen der chinesischen Seite nötig“.
 
EP-Think Tank: Berichte zu Handelspolitik nach Corona,
EU-Souveränität
Der Think Tank des Europäischen Parlaments hat einen Bericht zu den Prioritäten der EU für die Zeit nach der COVID-Pandemie veröffentlicht. Als fünf Prioritäten der EU-Handels-politik werden der wirtschaftliche Wiederaufbau, die transatlantische Partnerschaft, faire und gleiche Wettbewerbsbedingungen mit China, ein Abkommen mit dem Vereinigten Königreich sowie die Verbesserung und Umsetzung der Handelsabkommen genannt.
Ein weiterer Bericht vom 11.09.2020 enthält Vorschläge zur Stärkung der europäischen Resilienz.
 
EU-Kommission veröffentlicht statistischen Handelsbericht
Die Generaldirektion Handel der EU-Kommission hat am 17.08.2020 ihren statistischen Handelsbericht veröffentlicht. Der 72-seitige Bericht enthält Statistiken zum Welthandel, zu ausländischen Direktinvestitionen sowie zum Handel innerhalb des EU-Binnenmarkts, jeweils nach verschiedenen Produktgruppen aufgeschlüsselt.
 
Neues WTO Webtool zu geltenden Zollrichtlinien
Die WTO hat am 17.09.2020 eine neue Online Plattform veröffentlicht, die Übersicht über geltende Zollbestimmungen und andere Regularien der Mitgliedstaaten gibt. Das Werkzeug gibt direkten Zugriff auf tausende Dokumente zu Bestimmungen und Richtlinien der WTO.
 
WTO-Berichte: Welthandel 2020, Reisebeschränkungen,
COVID-19 Handelsbarrieren
Die Welthandelsorganisation hat am 31.07.2020 ihren jährlichen Bericht zum Welthandel veröffentlicht, der eine vertiefte Analyse zu den Trends im Handel mit Waren und Dienstleistungen liefert. In einem weiteren Bericht zeigt die WTO auf, wie sich Reise-beschränkungen im Zuge der COVID-19 Pandemie auf den Welthandel auswirken. Einem dritten WTO-Bericht zufolge nehmen die Handelsbestimmungen, die im Zuge der COVID-19 Pandemie erlassen wurden, wieder ab. Zwischen Mitte Oktober 2019 und Mitte Mai 2020 wurden in den WTO-Mitgliedstaaten 363 neue handelsbezogene Maßnahmen ergriffen. Von diesen waren 198 eine Handelserleichterung und 165 eine Handels-beschränkung.
 
Globalisierungsstudien Bertelsmann Stiftung/ECIPE
Die Bertelsmann Stiftung hat ihren Globalisierungsreport 2020 veröffentlicht. Der Report misst den Grad der der internationalen Verflechtung von 45 Industrie- und Schwellen-ländern sowie die daraus resultierenden direkten Wohlstandsgewinne. Alle untersuchten Länder verzeichneten im Zeitraum zwischen 1990 und 2018 Zuwächse beim BIP, die sich auf die Globalisierung zurückführen ließen. Die größten Einkommensgewinne je Einwohner und Jahr im Zeitraum von 1990 bis 2018 verzeichneten Japan (plus 1790 Euro) und Irland (1610 Euro), während Deutschland mit einem durchschnittlichen Plus von 1110 Euro Platz 7 belegt. Eine neue Studie des European Centre for International Political Economy (ECIPE) geht von einem Wandel der Globalisierung durch die Folgen der COVID-19 Pandemie aus. Während in der Vergangenheit der klassische Warenaustausch der größte Wachstumstreiber war, seien diese nun durch Forschung und Entwicklung, Datenverarbeitung und andere nicht-materielle Werte ersetzt worden.
 
RGIT Corner - News aus Washington
Aufhebung der Zölle auf Aluminiumimporte aus Kanada
Der US-Handelsbeauftragte (USTR) wird die kürzlich wieder eingeführten Section 232-Strafzölle von 10% auf kanadische Importe von nichtlegiertem Rohaluminium rückwirkend zum 1. September 2020 aufheben. Stattdessen werden die USA Quoten in den verbleibenden vier Monaten dieses Jahres umsetzen. Die USA könnten die Strafzölle erneut verhängen, falls diese Quoten überschritten werden. Die stellvertretende kanadische Premierministerin Chrystia Freeland begrüßte die Aussetzung der Strafzölle. Jedoch betonte sie, dass Kanada keine Einigung zu Quoten ausgehandelt habe. Freeland zufolge würde Kanada mit Vergeltungsmaßnahmen reagieren, sollten die USA die Strafzölle erneut einführen
 
Weitere US-Maßnahmen gegen China
Die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) hat am 14. September fünf sog. Withhold Release Orders erlassen, die gewisse Importe aus der chinesischen Provinz Xinjiang blockieren. Die Verordnungen betreffen vor allem Kleidungs-, Haar-, und Baumwollgüter, die laut CBP unter Zwangsarbeit produziert werden. Gemäß Ken Cuccinelli, dem kommissarischen stellvertretenden Minister der US-Heimatschutzbehörde (DHS), wirkten diese Maßnahmen „illegaler und unmenschlicher Zwangsarbeit“ entgegen. Auch würde so verhindert werden, dass solche Waren in US-amerikanische Lieferketten gelangen und damit Arbeitnehmer und Unternehmen in den USA benachteiligt werden, so Cuccinelli. Unterdessen hat das Office of Foreign Assets Control (OFAC) ein chinesisches Staats-unternehmen wegen Beteiligung an einem Bauprojekt in Kambodscha sanktioniert. Das Unternehmen habe unter falschen Vorgaben illegal Land in Kambodscha erworben, mit einem hochrangigen kambodschanischen Militärbeamten, der wegen Korruption bereits auf einer US-Sanktionsliste steht, zusammengearbeitet sowie der örtlichen Bevölkerung und Umwelt geschadet. OFAC äußerte auch Bedenken über Medienberichte, dass das Projekt eventuell militärische Verwendung haben könnte. US-Vermögen des Unter-nehmens sind nun blockiert und US-Personen dürfen nicht mehr mit dem Unternehmen Handel betreiben.
 
USA und Taiwan starten neuen Wirtschaftsdialog
David R. Stilwell, Assistant Secretary for the Bureau of East Asian and Pacific Affairs im US-Außenministerium, hat während einer Veranstaltung einen neuen bilateralen Wirtschaftsdialog zwischen den USA und Taiwan angekündigt. Der Dialog soll sich hauptsächlich auf den Technologiebereich fokussieren, aber auch das Gesundheitswesen und den Energiesektor miteinschließen. Laut Stilwell stütze sich die Initiative auf das bereits enge US-Taiwanesische Verhältnis sowie auf kürzlich angekündigte Maßnahmen, wie die der Taiwan Semiconductor Company 12 Milliarden US$ in eine neue Betriebs-stätte im Bundestaat Arizona zu investieren. Auch Chinas Verhalten in der Region und dessen Missachtung internationaler Verpflichtungen hätten die beiden Seiten zum Dialog motiviert, so Stilwell. Die seit langem bestehende US-Position gegenüber Taiwan und China werde durch die Ankündigung nicht berührt.
 
Transatlantische Handelsbeziehungen und die strategische Autonomie Europas
Sabine Weyand, Generaldirektorin für Handel bei der EU-Kommission, erörterte den Stand der transatlantischen Handelsbeziehungen in einem Webinar der Washingtoner Denkfabrik AICGS. Im Rahmen des handelspolitischen Ansatzes der „offenen strategischen Autonomie“ sei die EU bereit, ihren eigenen Kurs im Einklang mit ihren Interessen und Werten zu bestimmen. Gleichzeitig betonte Weyand jedoch, dass globale Zusammenarbeit und starke Allianzen, insbesondere mit den USA, für die Bewältigung von großen Herausforderungen erforderlich seien. Weyand äußerte die Hoffnung, dass die jüngste Zollsenkungseinigung für Hummer das Vertrauen zwischen den USA und der EU aufbauen würde. Diese positive Dynamik könne den USA und der EU bei weiteren Gesprächen um umstrittene Themen helfen. Ferner sollten die USA und die EU in die Zukunft blicken, weshalb die EU einen gemeinsamen Technologierat vorgeschlagen habe.
 
US-Administration konzentriert sich auf Handel mit Mexiko
Der US-Handelsbeauftragte (USTR) gab bekannt, dass die USA und Mexiko Gespräche über den vermeintlichen Importanstieg drei spezifischer Stahlprodukte aus Mexiko erfolgreich abgeschlossen haben. Infolgedessen wird Mexiko weiterhin von den Section 232-Zöllen auf Stahl befreit. Mexiko erklärte sich bereit, seine Stahlexporte bis zum 1. Juni 2021 fortlaufend zu überprüfen. Weitere Gespräche sind für Dezember 2020 geplant. Unterdessen veröffentlichten der USTR, das US-Landwirtschaftsministerium und das US-Handelsministerium einen Plan, um Herausforderungen, die für US-Landwirte durch saisonale und verderbliche Obst- und Gemüseimporte aus Mexiko entstehen, zu begegnen. Die Trump-Administration wird offizielle Gespräche mit der mexikanischen Regierung aufnehmen, um Bedenken der US-Industrie auszuräumen. Ferner sollen Section 201- Schutzmaßnahmenuntersuchungen eingeleitet werden, die möglicherweise zu Zöllen führen könnten.
 
China News
China verhängt Einfuhrverbot für deutsches Schweinefleisch
Nach dem Bekanntwerden eines bestätigten Falles von Afrikanischem Schweinefieber in Brandenburg verhängte China einen Importstopp für deutsche Schweinefleischprodukte. Die Krankheit ist in ganz China verbreitet und hat in den letzten Jahren die Schweine-population dezimiert. China ist der weltweit größte Fleischkäufer und Deutschland sein drittgrößter Lieferant. Die deutschen Schweinefleischausfuhren nach China beliefen sich in der ersten Hälfte dieses Jahres auf 835 Millionen Euro, verglichen mit 1,2 Milliarden Euro für das gesamte letzte Jahr. Neben China haben bereits Japan, Brasilien und Korea den Import von deutschem Schweinefleisch gestoppt.
 
Internationale Pekinger Dienstleistungsmesse: Xi verspricht mehr Marktöffnung
Auf der Internationalen Dienstleistungsmesse Anfang September 2020 in Peking sicherte Chinas Staatspräsident Xi Jinping zu, Chinas Dienstleistungsmarkt für ausländische Investoren weiter zu öffnen. China werde „den Marktzugang für Dienstleistungsindustrien lockern“ und „die Importe von hochwertigen Dienstleistungen aktiv ausweiten“, erklärte Chinas Staatspräsident. Der Chinesische Staatsrat billigte zudem ein Pilotzonen-Programm zur Öffnung des Dienstleistungssektors in Chinas Hauptstadt.
 
Asia Corner
Verhandlungsdurchbruch Regional Comprehensive Economic Partnership
Am 18.09.2020 erklärte Thailand einen Verhandlungsdurchbruch bei den RCEP-Verhandlungen. RCEP ist ein Freihandelsabkommen zwischen den zehn ASEAN-Staaten und Australien, China, Japan, Neuseeland und Südkorea. Das Abkommen soll nun im November 2020 auf dem ASEAN-Gipfel in Vietnam unterzeichnet werden.
 
3. Verhandlungsrunde Malaysia-Iran FTA
Malaysia und der Iran hielten in der zweiten Septemberwoche ihre dritte Verhandlungs-runde über ein bilaterales Freihandelsabkommen ab. In den Verhandlungen wurde beschlossen bis zum nächsten Treffen, das im Oktober 2020 stattfinden soll, die Zollkonzessionen vollständig vorzubereiten und auszutauschen.
 
2. Verhandlungsrunde Südkorea-Kambodscha FTA
Vom 31.08-03.09.2020 fand die zweite Verhandlungsrunde für ein Handelsabkommen zwischen Südkorea und Kambodscha statt. Das FTA soll auf der ASEAN-Korea Freihandelszone aufbauen und die verbleibenden Zölle zwischen den Handelspartnern abschaffen.
 
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