Vladimir Jurowski und das RSB beim Musikfest Berlin ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌
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Vladimir Jurowski © Peter Meisel

 
 
Zu unserer Saisoneröffnung 26/27 beim Musikfest Berlin – persönliche Worte Ihres Chefdirigenten Vladimir Jurowski 

 
 
Liebe Freundinnen und Freunde des RSB, liebes Publikum,  
 
auch in diesem Jahr möchte ich Sie ganz herzlich einladen, den Saison-Auftakt 2026/27 am 13. September in der Philharmonie gemeinsam mit uns zu feiern. Das Konzert findet zusammen mit dem Rundfunkchor Berlin im Rahmen des Musikfestes Berlin statt, dem international wichtigsten Festival innovativer Orchesterkultur. Ich freue mich sehr auf die Proben und die Aufführung unserer ersten drei Werke in dieser Saison. 
 
Im Zentrum des Abends steht eines der großen Werke der Chorsinfonik des 20.  
Jahrhunderts, „Die Glocken von Sergei Rachmaninow aus dem Jahre 1913, dem Jahr vor Beginn des Ersten Weltkrieges. Es ist eines meiner Lieblingswerke, wird aber wegen seiner Größe und auch seiner Schwierigkeit sowohl für den Chor als auch für die Gesangssolisten und das Orchester relativ selten programmiert. Dennoch haben das RSB und der Rundfunkchor es schon einige Male erfolgreich zur Aufführung gebracht, das letzte Mal unter der Leitung meines Vaters vor über 20 Jahren. Das Werk basiert auf dem Gedicht „The Bells“ von Edgar Allen Poe, in dem die Glocken sinnbildlich für das menschliche Leben stehen. Es geht um die Glocken der Kindheit (mit einem Tenor), die Glocken der Hochzeit, also der Jugend (Sopran), um die Alarmglocken des Krieges oder eines Unglücks (der Chor als „Solist“) und um die Trauerglocken des Todes (Bass-Bariton).  
 
Boris Birger und Daniel Richter
Boris Birger, Selbstporträt mit Zigarette im Atelier, 1979, Öl auf Leinwand © Maria Birger. Alle Rechte vorbehalten.
Daniel Richter, The Funky Judge, 1996, Öl und Lack auf Leinwand, 175 x 135 cm  
 

 

Die Inspiration zu Peinture für großes Orchester waren für Edison Denissow die Bilder des sowjetischen Avantgarde-Malers und Regime-Kritikers Boris Birger, mit dem Denissow befreundet war. Als ich Peinture" auf das Programm gesetzt habe, wusste ich noch nicht, dass wir in dieser Saison mit dem Maler Daniel Richter zusammenarbeiten würden. So war das für mich eine doppelte Freude. Peinture ist ein schönes Beispiel dafür, wie sich Musik und Malerei gegenseitig beeinflussen und wie beim Betrachten und Zuhören eine zusätzliche Bedeutungsebene entstehen kann. 
 
Anatol Vieru ist ein rumänischer Komponist, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Seine Musik zwischen avantgardistischen, postavantgardistischen und neoromantischen Tendenzen finde ich wahnsinnig spannend. Wir spielen seine Sinfonie Nr. 2, die er 1973 in West-Berlin komponiert hat, wo er zu der Zeit mit einem DAAD-Stipendium lebte. Unter den Satztiteln „Herzrasen“, „Psalm“ und „Befreite Melodie“ zeigt sich ein Werk, das eindrucksvoll neue Möglichkeiten der Tonkunst erforscht. Mir gefällt an dem Stück, dass es sich spielerisch und bisweilen humorvoll mit den überlieferten Musikformen und -ausdrücken auseinandersetzt und diese dabei nicht nur in Atome zerlegt, sondern auch mit neuen Inhalten füllt und so teilweise ungewöhnliche Effekte erzielt, die auch emotional auf die Zuhörenden stark wirken können.  
 
Lassen Sie uns am 13. September gemeinsam in die neue Saison starten – mit gespitzten Ohren, wachem Geist und offenem Herzen. 
 
Ihr 
Vladimir Jurowski 
Chefdirigent & Künstlerischer Leiter 
 

 
 
 
Programm und Besetzung 

 
 
Edison Denissow 
„Peinture“ für großes Orchester 
 
Anatol Vieru 
Sinfonie Nr. 2 
 
Sergei Rachmaninow 
„Die Glocken“ – Sinfonisches Poem für Sopran, Tenor, Bariton, Chor und Orchester nach einem Gedicht von Edgar Allan Poe op. 35 
 

 
 

 
 
 
 
Vladimir Jurowski 
Dirigent 
 
Galina Cheplakova 
Sopran 
 
Anton Rositskii 
Tenor 
 
Vladislav Sulimsky 
Bariton 
 
Rundfunkchor Berlin 
 
Gijs Leenaars 
Choreinstudierung 
 
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin 
 

SO 13.09. 

20:00 Uhr 
Philharmonie 
 
 
Zum Konzert

 
 
 
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