Ulmers Gartenkalender für die 3. Kalenderwoche
Ziergehölze
Gehölze im Kübel schützen
Bei sehr tiefen Temperaturen können auch winterharte Gehölze in Pflanzkübeln im Wurzelbereich Schaden erleiden. Zum Schutz sollten kleinere Gefäße z. B. in eine Kiste mit trockenem Laub gestellt werden. Größere Kübel umhüllt man mit Luftpolsterfolie oder Sackleinen. Achtung: Auch im Winter muss der Wurzelballen feucht gehalten werden. Das ist besonders wichtig bei immergrünen Pflanzen.
Winterpflege
Nach heftigen Schneefällen kann es sinnvoll sein, die Äste von Gehölzen durch leichtes Schütteln von ihrer Schneelast zu befreien, um unerwünschte Astbrüche zu vermeiden. Besonders gefährdet sind Immergrüne und Koniferen, auf deren dichtem Blattwerk besonders viel Schnee liegen bleibt.
Gespinstmotten an Laubgehölzen
Wer im Vorjahr einen Befall mit Gespinstmotten hatte, sollte an den Trieben die schuppenartigen Gelege, unter denen bereits die jungen Raupen sitzen, mechanisch entfernen.
Gemüse und Kräuter
Gemüsegarten umgraben
Wer im verschneiten Gemüsegarten noch umgräbt, darf den Schnee nicht mit eingraben. Er verzögert im Frühjahr die Erwärmung des Bodens. Als schützende Decke auf der Erde ist Schnee dagegen sehr erwünscht.
Topinambur ernten
Wenn Sie die Stängel des Topinambur (Helianthus tuberosus) stehen gelassen haben, können Sie nun bei offenem Boden immer noch die Knollen ernten und verarbeiten. Topinamburknollen enthalten vor allem Fruchtzucker - besonders Inulin und sind daher für Diabetiker geeignet - und Mineralstoffe wie Eisen, Silizium und Kalzium. Die Knollen lassen sich wie Kartoffeln dünsten oder klein geschnitten roh an Salate geben. Der nussige Geschmack ist eine Bereicherung für alle Rohkostgerichte.
 
 
(c) Peter Hagen
Kürbislagerung
Kürbisse lagern optimalerweise in kühler, trockener Luft und nicht in kühler und feuchter Kelleratmosphäre. Angeschnittene Kürbisse werden besser gewürfelt und eingefroren.
Grünkohlernte
Wer ausreichend Braunkohl gepflanzt hat, kann jetzt immer noch ernten, vorausgesetzt, es hat keine allzu langen Frostperioden unter -10 °C gegeben. Mit Äpfeln und Bregenwurst schmeckt Grünkohl am besten.
Obst
(c) Peter Hagen
Unterlagen bei Apfelbäumen
Achten Sie beim Pflanzen von Apfelbäumen auf die richtige Unterlage. Für Hochstämme empfehlen sich vor allem Sämlingsunterlagen sowie die stark wachsende Typenunterlage A2, für halbhohe Buschbäume M 25 und MM106, für kleine Baumformen die schwach wachsenden Typen M9 und für schlechtere Böden M26.
Äpfel dörren
Bevor die eingelagerten Äpfel verderben, können Sie einen Teil durch Dörren konservieren. Entfernen Sie dazu Kernhaus und Stiel und schneiden Sie die Früchte in 4 bis 6 mm dicke Ringe, die kurz in Zitronenwasser getaucht werden (das verhindert das Braunwerden). Ziehen Sie die Ringe locker auf eine feine Schnur und hängen Sie diese dicht über der Heizung auf. Beim Trocknen im Backofen darf die Temperatur 70 °C nicht überschreiten.
Kompost im Beerenobst
Bei gefrorenem Boden lässt sich das Ausbringen von Kompost optimal und ohne Bodenschäden durchführen. Zum Einsatz kommen verschieden Grünkomposte, die von der Kommune oft günstig zu bekommen sind. In Weingegenden steht oft auch Trester als preiswerte organische Quelle zur Verfügung.
Edelreiserschnitt
Wenn Sie im Frühjahr veredeln möchten, können Sie jetzt noch Edelreiser schneiden und in feuchtem Sand eingeschlagen lagern. Veredelt werden kann sobald die Rinde löst (Pfropfen hinter die Rinde), das ist in der Regel im April der Fall. Für Süßkirschen ist es allerdings schon zu spät.
Wildverbiss vermindern
Wenn Sie Probleme mit Wildverbiss z. B. durch Kaninchen oder Mäuse haben, sollten Sie die beim Baumschnitt angefallenen Äste und Zweige liegen lassen, um die Tiere mit diesem Angebot von ihren gepflanzten Junggehölzen abzulenken.
(c) Peter Hagen
Birnengitterrost vorbeugen
Wenn der Birnbaum im letzten Jahr unter Birnengitterrost (orangebraune Warzen auf den Blättern) gelitten hat, sollten Sie sich in Ihrem Garten nach einem Chinesischen Wacholder umschauen und diesen roden. Der Chinesische Wacholder ist nämlich Zwischenwirt des Pilzes, der heimische Wacholder (Juniperus communis) dagegen nicht. War der Befall nur leicht, steht das Gehölz wahrscheinlich in Nachbars Garten.
Winterschnitt
Beim Winterschnitt sollte man eine gewisse Reihenfolge einhalten. Beim Kernobst schneidet man die kleinfrüchtigen Sorten zuerst, die großfrüchtigen Sorten später (Nachwinter). Alternanzanfällige Sorten wie Elstar werden am Besten zur Blüte geschnitten. Süßkirschen schneidet man nach der Ernte oder im Frühjahr. Pfirsiche und Aprikosen schneidet man sicherheitshalber nach der Blüte - wegen der hohen Frostgefahr. Zwetschgen werden traditionell im Winter geschnitten, bei hohem Krankheitsdruck eher nach der Ernte, Stachelbeer- und Johannisbeersträucher zwischen Januar und März. Walnuss und Kiwi sollten besser im belaubten Zustand im August/September geschnitten werden, aber möglichst nicht im Frühjahr, denn wegen des starken Wurzeldrucks tropft die Schnittstelle dann oft tagelang.
Steinobst
Sofern Triebinfektionsherde der Moniliaspitzendürre aus dem vergangenem Jahr vorhanden sind, sollten Sie diese mit dem Winterschnitt entfernen, um eine Neuinfektion zu vermeiden. Dazu ist ein Schnitt bis ins gesunde Holz erforderlich. Entfernen Sie auch die hängen gebliebenen mumifizierten Früchte.
Zimmerpflanzen
(c) Peter Hagen
Blüten bei Kakteen fördern
Die meisten Kakteen benötigen in den Wintermonaten tiefere Temperaturen, um Blütenknospen zu bilden. Tagsüber sollten 15 °C nicht überschritten werden, nachts kann die Temperatur ruhig auf 5 °C absinken. Schränken Sie im Winter auch das Gießen sehr stark ein.
Pflanzenschutz
(c) Peter Hagen
Sitzstangen auf Bäumen
Bringen Sie bei jungen, vor allem hochstämmigen Bäumen mit freiem Stand Sitzstangen an. Sie locken Greifvögel an, die Wühl- und Feldmäuse jagen, und verhindern gleichzeitig, dass sich die Großvögel auf der Triebspitze der Bäume niederlassen und sie abknicken.
Tiere im Garten
Futterhäuschen für Vögel reinigen
Vergessen Sie nicht, das Vogelhäuschen einmal pro Woche zu reinigen. Andernfalls können sich Krankheiten ausbreiten oder es bleibt verdorbenes Futter liegen.
Sonstiges
(c) Peter Hagen
Grüner Tee nach traditioneller chinesischer Art
Grüner Tee enthält im Vergleich zu Schwarzem Tee weniger bzw. eine weitaus mildere Form des Koffeins und reichlich Gerbstoffe. Daher ist er so gesund. Ein kalter Januartag eignet sich hervorragend für die in Japan und China traditionelle Teezubereitung: Lassen Sie 4 g Grüntee vier Minuten in etwa 80 °C heißem Wasser ziehen. Vorsicht: Zu heiß aufgegossen schmeckt Grüner Tee bitter.
Schneedecken auf Kleingewächshäusern
Befreien Sie das Kleingewächshaus von starker Schneelast. Das Gewicht von nassem Schnee kann Glasscheiben und Folien beschädigen. Zudem verdunkelt eine Schneedecke das Gewächshausinnere und beeinträchtigt somit die Anzucht von Gemüse- und Blumenpflanzen.
Saatgutkontrolle
Die im Laufe des vergangenen Jahres geernteten Sämereien sollten öfter kontrolliert werden, um eventuelle Schädigung durch Organismen einzudämmen. Sind die geernteten Samen darüber hinaus noch nicht gereinigt worden, lässt sich diese Arbeit nun durchführen. Das gereinigte Saatgut sollte in Leinensäckchen an einem kühlen, trocknen und dunklen Ort gelagert werden, wobei eine genaue Kennzeichnung des Saatgutes mit Art bzw. Sorte und Erntejahr unerlässlich ist.
Aus LOGL und Obst&Garten
(c) LWG Veitshöchheim
Insektenatlas 2020
Bedrohliches Ausmaß an Artensterben
Die Heinrich-Böll-Stiftung und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben im kürzlich erschienenen Insektenatlas aktuelle Daten und Fakten über Nützlinge und Schädlinge in der Landwirtschaft veröffentlicht, die aufhorchen lassen. lesen
(c) BVEO / Ruschmeyer
10-jähriges Jubiläum
„Tag des Deutschen Apfels“
Wie in jedem Jahr wird das liebste Obst der Deutschen eine Woche lang im Handel und am 11. Januar mit einer apfeligen Überraschung gefeiert – diesmal für alle FlixBus-Reisenden. lesen
(c) LWG Veitshöchheim
Auswirkungen von Mikroplastik
Schädigung der Boden-Organismen
Wenn es um die Auswirkungen von Plastik und Mikroplastik auf die Umwelt geht, geht der Blick meist hinaus aufs Meer. Ob und wie Mikroplastik die im Boden lebenden Regen-, Watt- und Fadenwürmer, Käfer, Spinnen, Milben und kleinen Säugetiere wie Wühlmäuse beeinträchtigen –, steht weniger im Fokus, obwohl sie für das Ökosystem Erde existenziell sind. Durch ihre Beteiligung an Ab- und Aufbauprozessen bestimmen sie die Fruchtbarkeit des Bodens – des Nährbodens aller Pflanzen. lesen
Termine
13.01.2020: Waldulmer Obstbautag
20.01.2020: Markgräfler Steinobsttag
22.01.2020: Pflege junger Obstbäume - Der Oeschbergschnitt in der Praxis (Praxisseminar)
22.01.2020 bis 24.01.2020: Pflege junger Obstbäume - Der Oeschbergschnitt in der Praxis
25.01.2020: Saatgutbörse in Legau
weitere Termine
Ulmer-Buchtipp
Aromatherapie für Kinder
Aromatherapie für Kinder. Schnelle und sanfte Alltagshilfe bei Kinderkrankheiten. Sabrina Herber, Eliane Zimmermann. 2018. 144 S., 70 Farbfotos, 2 farbige Zeichnungen, Klappenbroschur. ISBN 978-3-8186-0070-9. Euro 17,95. ET-Ist: 04.10.2018
mehr erfahren
Impressum

Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V (LOGL)
Klopstockstraße 6
70193 Stuttgart
Telefon: 0711-632901
Telefax: 0711-638299
E-Mail: info@logl-bw.de
Internet: www.logl-bw.de
Vereinsregister: 10 VR 2209, Amtsgericht Stuttgart
Verantwortlich für den Inhalt: Landesgeschäftsführer Rolf Heinzelmann

Alle Texte und Daten unterliegen dem Urheberrecht und dürfen nur mit Quellenangabe weiterverwendet werden.


Falls Sie diesen Newsletter nicht mehr erhalten möchten, können Sie sich hier abmelden